Berufliche Neuorientierung

Berufliche Neuorientierung

Berufliche Neuorientierung mit Leitfaden zur Vorgehensweise

Zwei von drei Arbeitnehmern sehen keine echte Verpflichtung zu ihrer Arbeit und sind daher im Job unengagiert. Jeder sechste Arbeitnehmer hat innerlich sogar schon gekündigt. Das belegt die Gallup-Studie, eine Arbeitszufriedenheitsstudie, die seit 2001 jährlich vom Gallup-Institut durchgeführt wird.

Gründe für die Unzufriedenheit sind dabei vielfältig. So lassen sich zum Beispiel viele Menschen bei der Berufswahl vorwiegend von extrinsischen Motiven leiten, wie Prestige, Geld und Status. Im späteren Berufsleben kommt dann schließlich doch die Erkenntnis, dass diese Faktoren allein nicht glücklich machen.

Wann sollte ich eine berufliche Neuorientierung erwägen?

Folgende Faktoren können Ausgangspunkt für eine erforderliche Neuorientierung sein:

  • andauernde Unzufriedenheit auf der Arbeitsstelle
  • Feststellung in der Selbstanalyse, dass der Beruf nicht zu einem passt
  • andauernde Energielosigkeit
  • Niedergeschlagenheit bis hin zu körperlichen Beeinträchtigungen
  • Depressionen

Bevor man sich für eine berufliche Neuorientierung entscheidet, sollte man in jedem Fall andere Gründe für die Unzufriedenheit, wie Probleme in der Partnerschaft oder familiäre Diskrepanzen, ausschließen.

Als Alternative zur beruflichen Neuorientierung kann es zunächst hilfreich sein, die beruflichen Rahmenbedingungen genauer unter die Lupe zu nehmen. So kann auch ein Wechsel in ein anderes Unternehmen, andere Aufgaben oder schlicht die Veränderung der Arbeitsbedingungen Sinn machen.

Bei der beruflichen Neuorientierung wird die Fähigkeit zur Selbstständigkeit, Selbstorganisation und Selbstverantwortung vorausgesetzt, ebenso wie die Konfliktbewältigung, falls die vorhergehende Arbeitslosigkeit Anlass zur Neuorientierung ist.

Leitfaden zur Vorgehensweise bei der beruflichen Neuorientierung

Schritt 1: Durchführung einer Selbstanalyse

Im ersten Schritt findet die Bilanzierung der eigenen Kompetenzen statt, ebenso wie deren Bewertung in Hinblick auf das neue Ziel. Die eigene Berufsbiographie muss ausgewertet werden, um Potenziale und Defizite festzustellen.

Hier sollte man sich mit den Fragen „Was kann ich?“ und „Was mache ich gern?“ auseinandersetzen.
Damit wird das eigene Interessenprofil analysiert und die fachlichen und persönlichen Kompetenzen ermittelt. Insbesondere aus der Frage „Was mache ich gern?“ lassen sich oft die eigenen Stärken ableiten.

Im Ergebnis sollte man sich seiner persönlichen Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse sowie Entwicklungspotenziale, Interessen, Bedürfnisse und Werthaltungen bewusst sein.

Schritt 2: Analyse möglicher Berufsfelder

In welchen Berufsfeldern und Branchen möchte man tätig werden und welche Voraussetzungen sind hierfür zu erfüllen? In den Informationsbroschüren der Bundesagentur für Arbeit gibt es wichtige Anhaltspunkte und Beschreibungen von Berufsfeldern und Berufen. Ebenso bietet das BERUFENET auf der Internetseite der Bundesagentur für Arbeit zahlreiche Informationen über mögliche Berufsbilder. Darüber hinaus können auch Erfahrungen von Freunden und Bekannten berücksichtigt werden.

Im Ergebnis hat man eine Übersicht über die eigenen beruflichen Interessen und Möglichkeiten.

Schritt 3: Durch Verknüpfung von Selbstanalyse mit beruflichen Möglichkeiten zum konkreten Berufsbild

Aus den Ergebnissen der Selbstanalyse und den beruflichen Interessen und Anforderungen gilt es nun, den konkreten Beruf zu finden, der sich mit den eigenen fachlichen und persönlichen Kompetenzen sowie den Interessen optimal deckt. Hier werden die Anforderungen der Berufsbilder mit den persönlichen Kompetenzen gegenübergestellt und auf eine bestmögliche Übereinstimmung geprüft.

Zusätzliche Rahmenbedingungen, wie zu tätigende Investitionen, Erwartungen von Familie und Partner, regionale Einschränkungen sowie Aussichten auf dem Arbeitsmarkt sind ebenso zu berücksichtigen.

Im Ergebnis sollte ein konkreter Beruf übrig bleiben, der den eigenen Möglichkeiten entspricht und über dessen Anforderungen Klarheit herrscht.

Innere Widerstände überwinden

Letztendlich bestimmen allerdings auch innere Widerstände, wie mangelndes Selbstvertrauen, Selbstzweifel, Ängste oder Unsicherheit, ob eine berufliche Neuorientierung tatsächlich in Erwägung gezogen wird. Rückhalt kann hier die Familie oder der Partner bieten. Alternativ bieten auch private Coaching-Anbieter eine professionelle Begleitung in das neue Berufsleben an. Dieser Service ist aber zumeist kostenpflichtig. Sollte man sich für einen solchen Anbieter entscheiden, ist unbedingt auf Seriosität zu achten.

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