Vorstellungsgespräch nachfassen

Ihre Bewerbung ist beim Unternehmen positiv angekommen und Sie haben sich im Bewerbungsgespräch optimal präsentiert? Dann sammeln Sie noch weitere Extrapunkte, indem Sie mit einem Nachfassbrief oder einer Nachfassmail Ihr Entscheidung für die Stelle bekräftigen.

Vorstellungsgespräch nachfassen

So fassen Sie das Vorstellungsgespräch richtig nach – mit Musterschreiben als Nachfassbrief

Nach einem Vorstellungsgespräch sind Sie nicht darauf beschränkt, die Entscheidung des Unternehmens geduldig abzuwarten. Sie können im Rahmen eines Follow-Up durch aktives „Nachfassen“ bei Ihren Gesprächspartnern einen positiven Eindruck hinterlassen und sich nochmal ins Gedächtnis rufen. Das Nachfassen wird aber nicht dazu genutzt, um sich nach dem Stand des Bewerbungsverfahrens zu erkundigen. Vielmehr bekräftigen Sie mit einem Nachfassbrief Ihr Interesse an der Tätigkeit in dem Unternehmen. Bedenken Sie, dass die wenigsten Bewerber davon Gebrauch machen. Sie können hier also wertvolle Extrapunkte sammeln!

Wie lange sollte ich warten, um nachzufassen?

Das Nachfassen erfolgt ein bis zwei Tage nach dem Vorstellungsgespräch. Nachfassbriefe, die bereits wenige Stunden nach dem Bewerbungsgespräch geschickt werden, wirken nervig und vorbereitet. Zudem empfehlen wir Ihnen, eine Nacht darüber zu schlafen, und so Ihren Enthusiasmus abklingen zu lassen. Sie sehen am nächsten Tag vieles sachlicher und sind so besser in der Lage, einen informativen Brief schreiben.

Welches Medium nutze ich zum Nachfassen?

Nachfassbriefe per Post sind umständlich und finden heutzutage kaum mehr Anwendung. Häufiger kommen Nachfassmails zum Einsatz. Eine E-Mail ist kostengünstiger als der Brief per Post und wirkt gegenüber einem Telefonat weniger aufdringlich. Stellen Sie aber sicher, dass Sie im Vorstellungsgespräch die Kontaktdaten Ihrer Ansprechpartner erhalten. E-Mails sollten nämlich immer persönlich zugestellt werden. Ansonsten besteht die Möglichkeit, dass der Nachfassbrief überlesen wird oder nicht an den eigentlichen Ansprechpartner weitergeleitet wird. Sofern Sie die E-Mail an verschiedene Personen schicken, ist die Reihenfolge der Empfänger im CC wichtig. Wählen Sie die Reihenfolge gemäß der Position absteigend.

Formulieren Sie zudem einen aussagekräftigen Betreff, durch den Ihre Nachricht schnell und eindeutig der Bewerbung zugeordnet werden kann.

Was schreibe ich in den Nachfassbrief?

Insgesamt sollte das Schreiben 6 Sätze mit maximal 3 Absätzen nicht übersteigen.

Verfassen Sie keine Standardfloskeln, sondern individualisieren Sie das Schreiben auf das Unternehmen, die Stelle und konkrete Inhalte aus dem Vorstellungsgespräch.

Bedanken Sie sich zunächst für das Vorstellungsgespräch. Anschließend heben Sie in Kurzform besondere Erfolge hervor, die Sie für die Stelle oder die Ausbildung qualifizieren. Sie können auch konkrete Inhalte aus dem Vorstellungsgespräch ansprechen, die Sie als besonders interessant empfunden haben. Vielleicht verfügen Sie auch über eine Arbeitsprobe, wie zum Beispiel eine selbst entwickelte Webseite, die Sie als weitere Referenz mitschicken können?

Bestärken Sie zum Abschluss des Schreibens Ihre Entscheidung, in dem Unternehmen tätig zu werden. Natürlich freuen Sie sich auch auf das zukünftige Treffen!

Kann ich mich auch nach dem Stand des Bewerbungsverfahrens erkundigen?

Im Nachfassbrief werden keine Entscheidungen erfragt, sondern die eigene Entscheidung bekräftigt.

Sie können sich nach dem Stand Ihrer Bewerbung frühestens 2 Wochen nach dem Vorstellungsgespräch oder nach dem Eingang Ihrer Bewerbung separat erkundigen. Aber auch nur dann, wenn nicht ausdrücklich davon abgesehen werden soll oder Termine für Entscheidungen festgelegt wurden. Erkundigen Sie sich nach dem aktuellen Bewerbungsstand am besten telefonisch.

Tipp!
In einem Nachfassbrief müssen nicht immer Bekräftigungen und Danksagungen enthalten sein. Mit dem Brief können Sie auch Ihre Absage mitteilen. Damit bleiben Sie gegenüber dem Unternehmen fair … und vielleicht gibt es zukünftig eine bessere Stelle in diesem Unternehmen?

Praktisches Beispiel für einen Nachfassbrief per E-Mail

Betreffszeile:

Vorstellungsgespräch vom 14. April: Bewerbung um eine Ausbildung zur Bürokauffrau

E-Mailtext:

Sehr geehrter Herr Mustermann,

auf diesem Weg möchte ich mich bei Ihnen für das informative Gespräch gestern Vormittag bedanken. Die freundliche Atmosphäre wusste ich sehr zu schätzen.

Besonders Ihre Aussagen … und … haben mich in meiner Entscheidung nochmals bestärkt, in Ihrem Unternehmen eine Ausbildung zu absolvieren. Ich bin davon überzeugt, dass ich den Aufgaben einer angehenden Bürokauffrau gewachsen bin und mir die Ausbildung in Ihrem Unternehmen große Freude bereiten wird.

Eine Ausbildung in der Muster AG finde ich sehr reizvoll, weil ich bei Ihnen aufgrund von … die Möglichkeit sehe, mir viel Wissen anzueignen und bestens auf den Berufsalltag einer Bürokauffrau vorbereitet zu werden.

Ich freue mich darauf, bald von Ihnen zu hören.

Mit freundlichen Grüßen
Max Mustermann

Dipl.-Wirt.Inf.
Steinweg 11
01237 Musterdorf
E-Mail: max.mustermann@t-online.de
Telefon: 0172 3xxx0

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Wer schreibt hier?

Stephan Reins

Dieser Beitrag wurde von Stephan Reins verfasst. Er entwickelt für www.Karriere-Jet.de Mehrwertdienste, wie den Bewerbungseditor. Darüber hinaus ist er spezialisiert auf Themen rund um die Bewerbung und gibt sein Wissen hier an Interessierte weiter. Folge ihm auf Google+, um über neue Beiträge sofort informiert zu werden.