Bewerbung 50+

Sie sind ├╝ber 50 und m├Âchten sich neu bewerben? Oder planen Sie den beruflichen Wiedereinstieg? Obwohl ├ť50 Bewerber mit ihrem Know How hochqualifizierte Bewerber sind, l├Ąsst sich nicht dar├╝ber hinwegt├Ąuschen, dass es ├ältere bei der Bewerbung schwerer als junge Bewerber haben. In diesem Betrag erfahren Sie, wie Sie mit Ihrer Bewerbung erfolgreich sind.

Bewerbung 50+

Bewerbung 50+ – so bewerben Sie sich richtig

Autor: Dipl.-Wirt.-Inf.
Beitrag aktualisiert: 26.06.2020
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Aufgrund des hohen Renteneintrittsalter ist es nicht ungew├Âhnlich, dass sich Mitarbeiter – egal ob 40+ oder 50+, erneut auf Jobsuche begeben. Dem geht nicht immer eine K├╝ndigung voraus, viele Bewerber suchen einfach eine neue, berufliche Herausforderung. Schlie├člich ist die Karriere mit 50 noch lange nicht zu Ende. Es gibt die unterschiedlichsten Gr├╝nde f├╝r den Arbeitsplatzwechsel.

F├╝r Unternehmen sind ├Ąltere Arbeitnehmer durchaus interessant. Schlie├člich wird im Team immer mehr auf Diversity gesetzt – eine gesunde Mischung zwischen jungen und ├Ąlteren Mitarbeitern, aber auch zwischen Frauen und M├Ąnnern und Menschen verschiedener Kulturen.

Dennoch haben es ├ť50-Bewerber schwer ÔÇô sie m├╝ssen mit Vorurteilen k├Ąmpfen. Die Vorurteile spiegeln das Bild unserer Gesellschaft auf ├ältere wieder: ÔÇ×Mit dem Alter baut man einfach abÔÇť. Zudem besteht das Problem, dass viele Bewerber bereits sehr lange in dem gleichen Unternehmen arbeiten und sich lange nicht mehr beworben haben. Sie m├╝ssen aber sicher und souver├Ąn im Bewerbungsprozess auftreten und sich mit den aktuellen Regularien auskennen.

Vorurteile gegen ├Ąltere Bewerber

Prinzipiell sollte es Vorurteile nicht geben. Schlie├člich gibt es das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG), herausgegeben von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes. Das AGG soll Benachteiligungen aus Gr├╝nden der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identit├Ąt verhindern oder beseitigen.

Allerdings ist der Personalverantwortliche auch nur Mensch, daher beeinflussen Vorurteile die Entscheidung unterbewusst.

  • Fehlende Motivation: Bewerbern ab 50 wird vorgeworfen, nicht mehr lange genug im Besch├Ąftigungsverh├Ąltnis zu stehen. Sie versuchen nur noch, die restliche Zeit zum Rentenbeginn zu ├╝berbr├╝cken. Lohnt sich eine Investition in den Aufbau dieses Mitarbeiters?
  • Hohe Gehaltsforderungen: Bewerber 50plus verf├╝gen ├╝ber hohe Fachkompetenz und Berufserfahrung. Daher werden meist hohe Geh├Ąlter gefordert. Junge Mitarbeiter oder Berufseinsteiger kosten dagegen weniger, das ben├Âtigte Wissen wird aufgebaut.
  • Erh├Âhter Krankheitsstand: Mit dem Alter kommen die ersten krankheitsbedingten Probleme. Das f├╝hrt zu h├Âherem Krankheitsstand. ├ältere Mitarbeiter sind weniger belastbar.
  • Nicht mehr am Puls der Zeit: Mit zunehmendem Alter nimmt der Willen zu Neuem ab. Das Erlernen neuer Technologien und Methoden ist aber eine wichtige Voraussetzung, zum Beispiel f├╝r die zunehmende Digitalisierung.
  • Abnahme der Leistungsbereitschaft: Sowohl die Leistungsbereitschaft als auch die Leistungsf├Ąhigkeit verringern sich mit zunehmenden Alter.

Bei einer Bewerbung ├ť50 m├╝ssen Sie sich mit diesem Bild auseinandersetzen. Aber keine Angst, alle Vorurteile k├Ânnen mit den richtigen Formulierungen aus dem Weg ger├Ąumt werden.

Wie schaffe ich den Wiedereinstieg nach einer K├╝ndigung?

Es ist immer einfacher, sich aus bestehendem Besch├Ąftigungsverh├Ąltnis heraus f├╝r eine neue Stelle zu bewerben, als nach der K├╝ndigung. Die Bewerbung aus der Arbeitslosigkeit macht es daher f├╝r ├ältere besonders schwer, wieder in den Beruf einzusteigen.

Bevor Sie mit der Arbeitssuche und dem Bewerbungsprozess starten, empfehlen wir Ihnen, zun├Ąchst die K├╝ndigung und die Trennung vom Unternehmen zu verarbeiten und sich selbst aufzubauen. Daraus w├Ąchst die erforderliche Motivation, die Sie im Bewerbungsprozess ausstrahlen m├╝ssen. Reden Sie mit der Familie oder Bekannten ├╝ber die K├╝ndigung und st├Ąrken Sie Ihr Selbstvertrauen. Sorgen Sie f├╝r sich selbst, indem Sie Sport treiben und fit bleiben. Nat├╝rlich k├Ânnen Sie auch Hilfe zur Selbsthilfe in einem Bewerbungscoaching finden.

Der n├Ąchste Schritt ist die Erarbeitung einer Selbstpr├Ąsentation und die Selbstreflexion auf die eigenen Ziele. Was bringe ich an F├Ąhigkeiten und Qualifikationen mit? Welche Erfolge habe ich vorzuweisen? Wo sehe ich meine pers├Ânlichen St├Ąrken? Wo will ich hin? Es ist zudem sehr wichtig, zu wissen, in welchem Unternehmen Sie gern arbeiten m├Âchten. Ist Ihnen eher ein ÔÇ×famili├Ąres UnternehmenÔÇť wichtig?

Das sind wesentliche Voraussetzungen f├╝r eine gezielte Stellensuche. Bewerben ÔÇ×mit der Gie├čkanneÔÇť oder mit Frust macht keinen Sinn.

Entkr├Ąften Sie die Vorurteile des Personalverantwortlichen

Mit Ihrer Bewerbung m├╝ssen Sie die Vorurteile des Personalers entkr├Ąften und ihn mit Motivation und Eignung f├╝r die Stelle ├╝berzeugen. Das erreichen Sie nur durch gezielte Ansprache. Die gute Nachricht: der Fachkr├Ąftemangel und der demografische Wandel spielen Ihnen in die Hand. Da immer weniger junge Menschen nachr├╝cken, werden die Bewerber insgesamt ├Ąlter.

Der Gesundheitszustand r├╝ckt mit steigenden, medizinischen M├Âglichkeiten ebenfalls in den Hintergrund. Die Best Ager verf├╝gen ├╝ber eine stetig, steigende Lebenserwartung.

Generell sollten Sie ├╝ber Kenntnisse im Umgang mit dem Computer und Internet verf├╝gen. Besonders wichtig sind die g├Ąngigen Softwareprogramme des Microsoft Office Pakets, wie Excel, Word und Outlook. Wenn Sie sich damit nicht auskennen, empfehlen wir Ihnen, einen Computerkurs wahrzunehmen.

├ältere Arbeitnehmer bieten hohe Flexibilit├Ąt und Zuverl├Ąssigkeit. Das ist auch durchaus nachvollziehbar, schlie├člich sind die Kinder aus dem Haus oder es werden zumindest nicht mehr beide Elternteile f├╝r die Betreuung ben├Âtigt. Durch gefestigte Partnerschaften verf├╝gen sie zudem ├╝ber die n├Âtige Gelassenheit, emotionale Stabilit├Ąt und Verantwortungsbewusstsein.

Bewerber 50plus bringen aufgrund Ihrer Lebenserfahrung umfangreiches Fachwissen mit. Dazu z├Ąhlen auch Fort- und Weiterbildungen sowie spezifische Branchenkenntnisse. Jahrelange Routine wirkt sich ebenfalls positiv auf die Produktivit├Ąt aus.

Wie finde ich passende Stellen? Unsere Tipps zur Jobsuche!

Mit Ausnahme der lokalen Arbeitssuche, findet die Stellensuche heute nicht mehr ├╝ber die Tageszeitung statt. Offene Jobs werden von den Unternehmen auf Jobb├Ârsen im Internet ausgeschrieben. Internet-Stellenm├Ąrkte haben zudem den Vorteil, dass Jobs schnell anhand von Fachkenntnissen, Berufserfahrungen und pers├Ânlichen Pr├Ąferenzen gefiltert werden k├Ânnen.

Neben den gro├čen Playern, wie Monster und Stepstone, sind auch fachspezifische Branchenportale interessant. Sie ver├Âffentlichen Stellenanzeigen f├╝r bestimmte Branchen und bieten Bewerbern die M├Âglichkeit, eigene Stellengesuche zu ver├Âffentlichen. Einige Branchenportale ├╝bernehmen sogar die Analyse und Optimierung Ihrer Bewerbungsunterlagen. So wird gepr├╝ft, ob der Lebenslauf vollst├Ąndig, aussagekr├Ąftig und gut strukturiert ist. Als Beispiel sei hier vertriebsmitarbeiter-jobs.de f├╝r Vertriebsmitarbeiter und kaufm├Ąnnische Angestellte genannt.

Soziale Netzwerke

Neben Internet-Stellenm├Ąrkten werden auch soziale Netzwerke, wie XING und Facebook, f├╝r die Arbeitssuche immer relevanter. Dort werden berufliche Kontakte gekn├╝pft und Headhunter auf Sie aufmerksam. Mehr Informationen finden Sie im Beitrag Jobsuche ├╝ber Social Media.

Firmenwebseite

Haben Sie Interesse an einem speziellen Unternehmen – und das sollten Sie immer haben! ÔÇô dann lohnt es sich, auf der Firmenhomepage nach passenden Stellenangeboten Ausschau zu halten.

Personalvermittlungen

Nat├╝rlich k├Ânnen Sie auch Personalvermittlungen – Zeitarbeit oder direkte Arbeitsvermittlung – mit der Jobsuche beauftragen. F├╝r F├╝hrungskr├Ąfte lohnt es sich, auf einen Headhunter zur├╝ckzugreifen.

Moderne Bewerbungsunterlagen

Eine moderne Bewerbung zeigt eine moderne Einstellung. Gern m├Âchten wir Ihnen nun zur Zusammenstellung Ihrer Bewerbungsunterlagen ein paar Bewerbungstipps auf den Weg geben.

Die Onlinebewerbung ├╝bernimmt immer mehr die klassische Bewerbung per Post. In der Regel handelt es sich dabei um eine digitale Bewerbungsmappe, die dem Arbeitgeber per E-Mail zugestellt wird. Bei gr├Â├čeren Unternehmen kann die Bewerbung auch auf der eigenen Internetpr├Ąsenz ├╝ber Bewerbungsformulare erfolgen. Welche Bewerbungsform gew├╝nscht ist, entnehmen Sie der Stellenanzeige oder muss im Vorfeld bei dem Unternehmen erfragt werden.

Die Bewerbungsunterlagen werden in einem ansprechenden Design ├╝bersichtlich und klar strukturiert gestaltet.

Tipp: Bewerbung schreiben mit unserem Online-Editor

F├╝r die Erstellung der Bewerbung empfehlen wir Ihnen unseren Bewerbungseditor. Der Bewerbungseditor ist ein Online-Editor mit dem Sie die komplette Bewerbung online schreiben k├Ânnen. ├ťber die Gestaltung m├╝ssen Sie sich keine Gedanken zu machen. Konzentrieren Sie sich stattdessen voll auf den Inhalt. F├╝r den Schnellstart stehen viele Muster und Vorlagen zur Verf├╝gung.

Schicken Sie dem Unternehmen niemals eine Standardbewerbung. Jede Bewerbung muss auf das Unternehmen und die Stelle angepasst werden. Das macht nat├╝rlich viel Arbeit, f├╝hrt aber zu einem h├Âheren R├╝cklauf.

So ist eine Bewerbung aufgebaut

Eine vollst├Ąndige Bewerbung besteht aus diesen Unterlagen in dieser Reihenfolge:

  • Deckblatt mit Bewerbungsfoto: Das Deckblatt ist die Begr├╝├čungsseite. Es enth├Ąlt Ihre pers├Ânlichen Daten, die Stellenbezeichnung und ein Bewerbungsfoto. Das Bewerbungsfoto lassen Sie von einem professionellen Fotostudio erstellen.
  • Bewerbungsanschreiben: Das Anschreiben umfasst genau eine Seite. Sie ├╝berzeugen den Personaler darin von Ihrer Eignung und Motivation. Thematisieren Sie nicht Ihr Alter, in dem Sie auf langj├Ąhrige Erfahrung hinweisen. Auch Lernbereitschaft sollten Sie nicht nennen – zumindest nicht offensichtlich. Stattdessen lohnt es sich, auf bisherige Weiterbildungen hinzuweisen. F├╝r Rechtfertigungen oder gar ÔÇ×bettelnÔÇť um die Stelle ist im Bewerbungsschreiben kein Platz. Vielmehr ├╝berzeugen Sie mit Ihrer fachlichen und pers├Ânlichen Eignung sowie relevanten Erfolgen. Ihre Motivation ist zweitrangig, aber dennoch wichtig. Das Sie noch einmal beruflich durchstarten wollen oder Ihnen ein Wiedereinstieg wichtig ist, interessiert das Unternehmen allerdings nicht. R├╝cken Sie eine stellenbezogene Motivation in den Mittelpunkt.
  • Tabellarischer Lebenslauf: Auch wenn Sie eine Menge Berufserfahrung und viele Lebensstationen vorzuweisen haben, f├╝hren Sie im Lebenslauf nur das auf, was f├╝r die Stelle wirklich wichtig ist. Verschiedene Stellen und Arbeitgeber k├Ânnen, wie im funktionalen Lebenslauf, geb├╝ndelt werden. Fortbildungen, die vor 20 Jahren, stattgefunden haben, werden nicht mehr erw├Ąhnt. Auch Hobbies und detaillierte Angaben zum schulischem Werdegang m├╝ssen nicht gemacht werden. Stattdessen wird der Fokus auf die aktuelle oder letzte Stelle gelegt und bisherige Erfolge aufgef├╝hrt. Die Lebensstationen werden als ÔÇ×amerikanischer LebenslaufÔÇť chronologisch r├╝ckw├Ąrts genannt, d.h. Sie beginnen mit der aktuellen Stelle und arbeiten sich dann in die Vergangenheit zur├╝ck. Um das Alter auch im Lebenslauf nicht zum Thema zu machen, werden die Geburtsdaten meist erst zum Schluss genannt. Zwei Seiten Lebenslauf sollten vollkommen ausreichen.
  • Anlagen: Welche Zeugnisse werden bei der Bewerbung ├╝ber 50 beigelegt? Ganz kurz: dem Arbeitgeber werden nur die f├╝r die Stelle wichtigsten Unterlagen zur Verf├╝gung gestellt. Oft sind das die letzten zwei Arbeitszeugnisse und relevante Nachweise. Begrenzen Sie die Anlagen auf das Notwendigste. Statt umfangreicher Anlagen, k├Ânnen Sie im Bewerbungsanschreiben lieber erw├Ąhnen, das bei Bedarf gern weitere Unterlagen bereitgestellt werden.

Die Gehaltsfrage f├╝r Bewerber 50+

├ältere Arbeitnehmer stehen schon lange im Arbeitsleben. Durch regelm├Ą├čige Gehaltserh├Âhungen oder Gehaltsverhandlungen liegt das Gehalt nat├╝rlich weit vor dem eines Berufseinsteigers. Aufgrund der Fachkompetenz und Erfahrung ist das auch gerechtfertigt. F├╝r eine neue Anstellung ist ein hohes Gehalt aber hinderlich.

Daher empfehlen wir Ihnen, nicht zu ├╝berzogen in die Gehaltsverhandlung zu gehen und beim Gehalt kompromissbereit zu bleiben. Das Gehalt richtet sich nicht in erster Linie nach Ihrem pers├Ânlichen Wert, sondern dem Wert der Stelle. Alter sichert nicht automatisch ein hohes Gehalt. Begr├╝nden Sie Ihren Gehaltswunsch anhand von Fachkenntnissen, der ├ťbernahme von Verantwortung und der nicht notwendigen Einarbeitung in das Aufgabengebiet.

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