Motivationsschreiben für die Uni

Motivationsschreiben für die Uni

Bewerbung um einen Studienplatz (Bachelor/Master)

Wenn Sie sich an der Universität um ein Bachelor- oder Masterstudium bewerben, sind oft von der normalen Ausbildungsplatzbewerbung abweichende Modalitäten zu beachten. So verlangen viele Hochschulen neben den üblichen Bewerbungsunterlagen auch ein Motivationsschreiben.

Das Ziel dieses Motivationsschreibens für die Hochschule ist es, zu erfahren, warum der Bewerber genau diesen Studiengang gewählt hat, warum er sich dazu geeignet fühlt und warum er sich für die Hochschule entschieden hat.

Informieren Sie sich aber zunächst an der Universität, an der Sie sich bewerben möchten, über die genauen Bewerbungsmodalitäten. Auf der hochschuleigenen Webseite erfahren Sie zumeist, welche Bewerbungsunterlagen gewünscht sind. Für gewöhnlich sind das ein Anschreiben, das Abiturzeugnis, der Lebenslauf und verschiedene weitere Belege, bspw. über geleistete Praktika. Sollte ein Motivationsschreiben gefordert sein, so prüfen Sie auch hierfür, ob es spezielle Vorgaben durch die Hochschule gibt. Neben Angaben zum Umfang kann es auch besondere Regeln für den Inhalt geben. Für einige Studiengänge kann es sogar vorkommen, dass das Motivationsschreiben in Englisch verfasst sein muss. Halten Sie sich unbedingt an diese Regeln!

Ist ein Motivationsschreiben verlangt und gibt es keine Vorgaben, so können Sie davon ausgehen, dass das Schreiben aus maximal 2 Seiten mit einem Umfang von 500 bis 700 Wörtern besteht. Als Schriftart verwenden Sie vorzugsweise eine Standartschrift, wie Arial, Helvetica oder Calibri in Schriftgröße 10 bis 12. Als Zeilenabstand wählen Sie etwas mehr als den einfachen Abstand.

Wie ist ein Motivationsschreiben aufgebaut?

Für gewöhnlich beginnen Sie das Motivationsschreiben mit Absender- und Empfängerdaten. Wählen Sie dafür einen schlanken Briefkopf. Hierzu können Sie sich an dem „normalen“ Bewerbungsanschreiben mit den Adressdaten als Einzeiler orientieren.
Den Adressdaten folgen rechtsbündig Angaben zu Ort und Datum. Anschließend wird der Betreff gesetzt. Dieser sollte möglichst aussagekräftig sein.

Beispiel für den Betreff:
Bewerbung um einen Studienplatz im Studiengang Wirtschaftsinformatik für das Wintersemester 2014

Dem Betreff folgt die Anrede. Hier können Sie sich für die Standardanrede „Sehr geehrte Damen und Herren“ entscheiden.

Den „Motivationstext“ beginnen Sie mit einer Einleitung, aus der hervorgeht, wer Sie sind und für welches Studium Sie sich bewerben. Die Einleitung umfasst genau ein Absatz.

Der Hauptteil des Motivationsschreibens ist ebenfalls in Absatzform zu gestalten. Feste Gliederungspunkte sind dabei aber nicht vorgegeben. Hier haben Sie bei der Gestaltung also die Qual der Wahl.

An folgender Gliederung können Sie sich gern orientieren.

1. Bisheriger Werdegang

Der erste Abschnitt soll klären, wie Sie auf das Studium aufmerksam geworden sind und warum Sie sich für den Studiengang entschieden haben. Dazu eignet sich natürlich Ihr schulischer und beruflicher Werdegang. Achten Sie auf den roten Faden und springen Sie nicht wild umher. Sie können sich hier für eine chronologische Reihenfolge entscheiden, beginnend mit Ihrer Zeit als Abiturient. Nennen Sie nur Stationen, die für das Studium relevant sind.

2. Berufliche Ziele

Hier erläutern Sie, wie Sie sich Ihre berufliche Zukunft vorstellen und was Sie erreichen wollen. Erklären Sie dabei unbedingt, wie Ihnen dabei das Studium hilft.

3. Ihre Eignung für das Studium

Begründen Sie nun Ihre Eignung für den Studiengang. Heben Sie Ihre fachlichen Eigenschaften und Stärken hervor. Verzichten Sie dabei auf den Einsatz von Floskeln und leeren Phrasen. Alle Eigenschaften müssen an konkreten Beispielen und Fakten begründet sein. Dazu können Sie Ihre Ausbildung, Engagements und Praktika verwenden. Wenn Sie sich für einen Masterstudiengang bewerben, empfiehlt es sich oft, auch Qualifikationen und Projektarbeiten aus Ihrem Bachelorstudium zu nennen. Letztendlich können Sie in diesem Abschnitt natürlich auch Ihre Schulnoten einfließen lassen. Softskills, also die weichen Eigenschaften, wie zum Beispiel Teamfähigkeit, darf man eigentlich nicht selbst bewerten. Wenn Sie es dennoch tun, so sind auch hierzu Belege am Beispiel absolute Pflicht!

4. Begründung für die Wahl der Hochschule

Selbstverständlich möchte die Uni auch wissen, warum Sie sich für die Einrichtung entschieden haben. Der Standort spielt für Sie dabei natürlich eine Rolle, begründen Sie Ihre Entscheidung aber nicht nur an der tollen Stadt mit den vielen Freizeitangeboten. Schließlich bewerben Sie sich an der Hochschule und nicht bei der Stadt. Gehen Sie auf Kompetenzen und Forschungsschwerpunkte der Hochschule und des jeweiligen Fachbereichs ein.

Das Motivationsschreiben endet mit einem Abschlusssatz, aus dem hervorgeht, dass Sie sich über eine positive Entscheidung freuen. Dem folgen noch die Grußformel und Ihre Unterschrift.

Achten Sie bei Ihrem Motivationsschreiben unbedingt auf die korrekte Rechtschreibung. Diese können Sie neben der Nutzung von automatischen Rechtschreibprüfungen in Word & Co. auch durch das Gegenlesen von Bekannten sicherstellen.

Dieser Beitrag verzichtet bewusst auf Beispielformulierungen. Das resultiert aus dem Fakt, dass Hochschulen sehr sensibel auf Plagiate reagieren. Übernehmen Sie daher in Ihre Studienbewerbung keinesfalls eine der zahlreichen Beispielformulierungen, die im Internet zu finden sind. Einige Hochschule verfügen sogar über spezielle Software, um Plagiate zu enttarnen. Auch wenn die Formulierung noch so toll erscheint, damit sind Sie ruck-zuck aus dem Bewerbungsverfahren raus.

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Wer schreibt hier?

Stephan Reins

Dieser Beitrag wurde von Stephan Reins verfasst. Er entwickelt für www.Karriere-Jet.de Mehrwertdienste, wie den Bewerbungseditor. Darüber hinaus ist er spezialisiert auf Themen rund um die Bewerbung und gibt sein Wissen hier an Interessierte weiter. Folge ihm auf Google+, um über neue Beiträge sofort informiert zu werden.