Stärken-Schwächen-Analyse

Stärken-Schwächen-Analyse

Stärken-Schwächen-Analyse in der Bewerbung

Nach der Erstellung einer Leistungsbilanz besteht die nächste Aufgabe in der Analyse Ihrer Stärken und Schwächen.

Bestandsaufnahme der eigenen Stärken und Schwächen

Die eigene Bestandsaufnahme kann mit einer Stärken-Schwächen-Analyse durchgeführt werden. Die Stärken-Schwächen-Analyse ist ein Instrument, dass in unterschiedlichen Bereichen angewendet wird. Neben Personen, kann es für Produkte und sogar Unternehmen genutzt werden. Die Verwendung einer Stärken-Schwächen-Analyse für das Bewerbungsverfahren ist also nur eines der Anwendungsgebiete.

Die Stärken-Schwächen-Analyse betrachtet Fähigkeiten und Merkmale, die eine positive oder negative Auswirkung auf eine Situation haben. Stärken charakterisieren die positiven Gesichtspunkte. Sie führen zum Erfolg oder verschaffen einen Vorteil. Schwächen sind negative Aspekte. Sie verursachen oder fördern Probleme und Nachteile.

Eine Stärken-Schwächen-Analyse hilft Ihnen, die eigenen Stärken und Schwächen zu bestimmen, um sich besser zu präsentieren und den Arbeitgeber von Ihren Fähigkeiten zu überzeugen. Sie lernen sich selbst kennen und sind in der Lage, Ihre Karriereziele klarer zu definieren.

Die Analyse wird selten isoliert betrachtet, sondern befindet sich oft im Kontext von „Chancen und Risiken“ für eine bestimmte Situation. Aus diesem Grund wird die Stärken-Schwächen-Analyse gern mit der SWOT-Analyse kombiniert, doch dazu später mehr.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Diese Schritte sollten Bewerber in der Stärken-Schwächen-Analyse durchführen:

  1. Selbstreflexion

    Beginnen Sie mit der gründlichen Selbstreflexion. Betrachten Sie Ihre Berufsausbildung, Erfahrungen, Fachkenntnisse und persönlichen Eigenschaften. Arbeiten Sie Bereiche heraus, in denen Sie besonders stark sind. Wobei haben Sie von Kollegen positive Rückmeldungen erhalten? Was sind Ihre größten beruflichen Erfolge und warum waren Sie eigentlich erfolgreich? Welche Fähigkeiten und Kenntnisse haben Sie entwickelt und was müssen Sie vielleicht verbessern?

    Wichtig ist eine ehrliche, offene und objektive Betrachtungsweise. Es hilft nichts, Dinge zu beschönigen oder sich selbst zu belügen. Nutzen Sie externes Feedback. Außenstehende können neue Perspektiven und Beobachtungen einbringen, die Ihnen selbst nicht bewusst sind. Fragen Sie nach, was andere Personen an Ihnen besonders schätzen oder kritisieren. Wie würden Ihre Bekannten Sie beschreiben?

    Im Ergebnis der Selbstreflexion verstehen Sie Ihre eigenen Werte, Karriereziele und Präferenzen besser und haben eine detaillierte Sicht auf Ihre Persönlichkeit und berufliche Entwicklung.

  2. Stärken identifizieren

    Über welche Fähigkeiten, Kenntnisse und Erfahrungen verfügen Sie, die für die avisierte Position relevant sein können? In welchen Situationen waren Sie bisher besonders gut? Welche Erfolge können Sie vorzuweisen? Betrachten Sie neben den quantitativen auch qualitative Aspekte, wie Ihre Arbeitsweise, Problemlösungskompetenzen oder die Zusammenarbeit im Team.

    Ausgehend davon unterscheiden Sie fachliche Fähigkeiten (Hard-Skills) und soziale Kompetenzen (Soft-Skills), wie Teamfähigkeit, Kreativität oder Organisationsfähigkeit. Die Aufteilung in Hard- und Soft-Skills ist sinnvoll, um die Übersichtlichkeit zu erhöhen.

    Für die Ermittlung Ihrer Stärken können Sie auch externe Informationsquellen in Anspruch nehmen, wie Assessments im Internet oder Persönlichkeitstests. Diese Instrumente nutzen Fragen und spezifische Methoden, um Ihre Persönlichkeit zu analysieren und Stärken aufzudecken.

  3. Schwächen identifizieren

    Neben den Stärken identifizieren Sie auch Bereiche, in denen Sie noch Verbesserungsbedarf sehen. Das können Fähigkeiten sein, die für die angestrebte Position wichtig sind oder Fähigkeiten, die Sie selbst gerne weiterentwickeln möchten.

    Die Identifizierung Ihrer Schwächen erfordert eine ehrliche Selbsteinschätzung und die Bereitschaft, Schwächen zu erkennen und zu akzeptieren.

  4. Abgleich mit der Bewerbung

    Welche Stärken und Schwächen sind für die angestrebte Stelle und das Unternehmen besonders wichtig? Gleichen Sie Ihre Stärken mit den Anforderungen aus der Stellenanzeige ab.

    Nehmen Sie die ermittelten Stärken und integrieren Sie diese in Ihre Bewerbungsunterlagen, also insbesondere in das Bewerbungsanschreiben und den Lebenslauf. Stellen Sie sicher, dass diese Stärken hervorgehoben werden und untermauern Sie Ihre Fähigkeiten an beruflichen Stationen oder Erfolgen.

Beispiel Hard-Skill
Stärke Schwäche
Analyse von Geschäftsprozessen fehlende Oracle-Kenntnisse
Beleg 1: Seminar Geschäftsprozessmodellierung Beleg 1: bisher nur Umgang mit DBMS MySQL
Beleg 2: Analyse von Geschäftsprozessen bei XY AG Beleg 2: Oracle-Weiterbildung von XY AG abgelehnt

Fahren Sie mit den Soft-Skills fort.

Beispiel Soft-Skill
Stärke Schwäche
Teamfähigkeit Mitarbeiterführung
Beleg 1: 4 Jahre im Team als Programmierer gearbeitet Beleg 1: keine Erfahrung als Projektleiter
Beleg 2: Mitglied in einem Verein seit 8 Jahren Beleg 2: bisher keine Personalverantwortung

Fazit: Stärken-Schwächen-Analyse

Nutzen Sie Ihre Erkenntnisse aus der Stärken-Schwächen-Analyse, um Stärken zu betonen und diese gezielt in Ihrer Bewerbung einzusetzen. Zeigen Sie, dass Sie an Ihren Schwächen arbeiten und bereit sind, sich weiterzuentwickeln.

Voraussetzung ist Objektivität und Ehrlichkeit! Denn sonst laufen Sie in Gefahr in Ihrem neuen Job über- oder unterfordert zu sein. Bei der Analyse müssen Sie systematisch vorgehen. Unterscheiden Sie Hard-Skills (fachliche Kenntnisse) und Soft-Skills (soziale Kompetenzen).

Natürlich sollten Sie bei einer Bewerbung das Hauptaugenmerk auf Ihre Stärken legen. Die Kenntnis Ihrer Schwächen ist aber wichtig, um Sie gezielt bearbeiten bzw. kompensieren zu können, zum Beispiel durch Weiterbildungen und Seminare.

Beachten Sie, dass manche Schwächen in bestimmten Berufen auch Stärken darstellen.

SWOT-Analyse zur Bewerbung

Die SWOT-Analyse kann Sie dabei unterstützen, Ihre berufliche Situation realistisch zu beurteilen. Interne und externe Aspekte werden in Bezug auf eine konkrete Situation oder Fragestellung bewertet und übersichtlich dargestellt. Als Ergebnis werden Strategien abgeleitet, um sich besser in der Bewerbung zu präsentieren und bestimmte Schwächen abzufedern.

Das Akronym SWOT kommt aus dem Englischen und steht für:

  • Strengths (Stärken)
  • Weaknesses (Schwächen)
  • Opportunities (Chancen, Möglichkeiten)
  • Threats (Risiken, Bedrohungen)

Die eigenen Stärken und Schwächen sind interne Faktoren. Sie werden mit der Stärken-Schwächen-Analyse analysiert und reflektiert.

Chancen und Risiken beziehen sich auf externe Einflussfaktoren. Sie selbst haben darauf keinen Einfluss, da sie sich auf das Umfeld beziehen, wie zum Beispiel den Arbeitsmarkt. Der Bewerber muss sich aber darüber bewusst sein. Mögliche positive Entwicklungen sind Chancen und potenzielle Gefahren sind Risiken für den Erfolg.

Chancen und Risiken werden immer im Kontext einer bestimmten Situation betrachtet. Aspekte, die für die Situation nicht relevant sind, werden ausgeklammert. Die Situation kann sich auf Ihre Person oder das Unternehmen beziehen, wie zum Beispiel:

Ich möchte in dem Unternehmen XY als Software-Entwickler tätig werden.
Ich möchte mich beruflich umorientieren.

Die Situation legt der Ersteller der SWOT-Analyse fest.

Wie wird eine SWOT-Analyse erstellt?

Nehmen Sie ein DIN-A4-Blatt oder ein Microsoft Word-Dokument und zeichnen Sie ein großes Quadrat. Das Quadrat teilen Sie in vier gleich große Bereiche auf. Die Bereiche kennzeichnen Sie mit „Stärken“ (link oben), „Schwächen“ (rechts oben), „Chancen“ (links unten) und „Risiken“ (rechts unten). Als Überschrift für das Blatt notieren Sie die Situation, das Thema bzw. den Kontext Ihrer SWOT-Analyse.

Nun bearbeiten Sie jedes Quadrat und tragen Inhalte in Stichpunkten ein.

Für die Ermittlung der Stärken und Schwächen setzen Sie die Stärken-Schwächen-Analyse ein. Bitte beachten Sie, dass auch diese an einer konkreten Situation ausgerichtet werden. Unwichtige Fähigkeiten und Kompetenzen werden nicht betrachtet.

Chancen

Ermitteln Sie positive äußere Umstände, die sich Ihnen in Bezug auf die avisierte Position oder im Unternehmen bieten. Das könnten zum Beispiel Entwicklungen in der Branche oder spezifische Trends sein. Chancen können Sie zu Ihrem Vorteil nutzen.

Risiken

Betrachten Sie auch potentielle Risiken oder Herausforderungen, denen Ihre Bewerbung gegenübersteht. Dabei kann es sich um starke Konkurrenz, das Fehlen bestimmter Fähigkeiten oder Stellenanforderungen handeln. Auch die Marktsituation des Unternehmens kann in Betracht gezogen werden.

Auswertung der SWOT-Analyse

Die Auswertung ergibt sich aus der Kombination der Ergebnisse aus den vier Quadraten.

Stärken & Chancen

Nutzen Sie Chancen mit Ihren Stärken. Finden Sie Aspekte innerhalb Ihrer Stärken, die sich auf mögliche Chancen anwenden lassen. Nutzen Sie Fähigkeiten und Kompetenzen, um sich für bestimmte Gelegenheiten Vorteile zu verschaffen.

Stärken & Risiken

Manche Risiken lassen sich mit Ihren Stärken mildern oder sogar vermeiden. Stellen Sie sich also die Frage, „Welche Risiken trete ich mit welchen Stärken entgegen?“

Schwächen & Chancen

Welche Schwächen muss ich abmildern, um von den Chancen zu profitieren?

Schwächen & Risiken

Bei dieser Kombination geht es um das Verbessern der eigenen Schwächen. Welche Schwächen sollte ich vermeiden, damit Sie nicht zu den Risiken führen?

Mit einer SWOT-Analyse erhöhen Sie Ihre Erfolgschancen, indem Sie Stärken betonen und Schwächen vermeiden. Dabei werden Chancen und Risiken aus dem Umfeld berücksichtigt. Aus diesen Überlegungen heraus, können Sie sich mit Ihren Stärken besser präsentieren – sowohl in den Bewerbungsunterlagen als auch im Vorstellungsgespräch. Zudem erfahren Sie, welche Schwächen Sie besser kompensieren sollten, damit Sie nicht zu Nachteilen führen.

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