Bachelor

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Bachelor – Begriff und Zielsetzung

Wenn Sie sich heute über einem Studiengang informieren, werden Sie schnell feststellen, dass viele Studiengänge von den Hochschulen nicht mehr mit dem gewohnten Abschluss zum Diplom oder Magister angeboten werden. Stattdessen ist immer öfter von Bachelor und Master die Rede. Doch worum handelt es sich dabei eigentlich? Dieser Beitrag soll als kurze Erläuterung des Begriffs dienen.

Der Bachelor sowie dessen Vertiefung im Master ist Teil eines mehrstufigen Studienmodells mit dem Ziel, die bisherigen Abschlüsse Diplom und Magister abzulösen. Das Ziel besteht darin, Hochschulabschlüsse zu etablieren, deren Studienleistungen innerhalb des europäischen Hochschulraums einheitlich und damit vergleichbar sind. Weiterhin soll für Studenten ein Wechsel der Hochschule und das Studieren „über die Grenzen hinaus“ erleichtert werden. Die Einführung der neuen akademischen Grade erfolgt im Rahmen des Bologna-Prozesses. Der Prozess soll (eigentlich) bis 2010 abgeschlossen sein.

Der Studienabschluss zum Bachelor stellt innerhalb des neuen Studienmodells den ersten akademischen Grad dar. Zeitlich umfasst diese Ausbildung eine Regelstudienzeit zwischen 3 und 4 Jahren, das entspricht 6 bis 8 Semestern. Die Studiendauer ist somit zumeinst kürzer als für das Diplom. Weiterhin legt der Bachelor starken Wert auf eine praxisorientierte Ausbildung. So beinhaltet das Studium für gewöhnlich ein Praktikum oder bei einigen Bildungseinrichtungen, wie bspw. den Fachhochschulen, sogar ein ganzes Praxissemester. Die Zulassungskriterien für den Bachelor sind normalerweise identisch mit den Studiengängen der „alten“ Hochschulabschlüsse. Wie bereits angedeutet, kann der Bachelor durch ein anschließendes Masterstudium forschungsbezogen vertieft werden. Das Vertiefungsstudium kann abhängig vom Studiengang auch nicht-konsekutiv möglich sein.

Abbildung: Studium zum Bachelor

Wie bereits beschrieben, sollen die neuen Hochschulabschlüsse dazu dienen, die Vergleichbarkeit zwischen Hochschulen erhöhen. Diese Vergleichbarkeit entsteht dadurch, dass das Studium in fachliche Module aufgeteilt wird. Durch die einzelnen Module lässt sich ein Studiengang gut inhaltlich beschreiben. Für jedes Modul muss während des Studiums eine festgelegte Anzahl von Kursen erfolgreich absolviert werden. Die darin erreichten Noten bilden die Durchschnittsnote des Moduls, die wiederum zu einer Gesamtnote zusammengefügt werden. Die Bewertung der Studienleistung erfolgt mit einem einheitlichen Punktesystem, dem „European Credit Transfer System“, kurz ECTS. Wechselt der Student die Hochschule, können auch bisher erreichte Punkte anerkannt werden.

Eine weitere Besonderheit der neuen Studienabschlüsse ist die fächerbezogene Abweichung der Abschlussbezeichnung. So wird der Oberbegriff „Bachelor“ je nach Fachgebiet weiter unterteilt in:

  • Bachelor of Arts (B.A.)
  • Bachelor of Science (B.Sc.)
  • Bachelor of Laws (LL.B.)
  • Bachelor of Engineering (B.Eng.)
  • Bachelor of Education (B.Ed.)
  • Bachelor of Music (B.Mus.)
  • Bachelor of Musical Arts (B.M.A.)
  • Bachelor of Fine Arts (B.F.A.)

Die Abschlussbezeichnungen sind weitgehend selbsterklärend. Beachten Sie aber, dass es bei der Begriffsbestimmung zu Unterschieden zwischen den einzelnen Hochschulen kommen kann. Detaillierte Informationen finden Sie zumeist in der Satzung der entsprechenden Hochschule.

Um das Studium auch aus finanzieller Sicht erfolgreich zu absolvieren, gibt es verschiedene Möglichkeiten der Finanzierung. Darunter fallen bspw. Stipendien, Bildungskredite und das Bafög. Insbesondere zum Bafög finden Sie weiterführende Informationen auf der Seite www.wofam.de.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Einführung (genauer gesagt die Wiedereinführung!) des Bachelors infolge des erhöhten Praxisbezugs die Berufsqualifizierung fördern soll. Ob dies mit gleichzeitig verkürzten Studienzeiten erreichbar ist, werden die Erfahrungen der nächsten Jahre zeigen.

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