Home-Office

Keine Anfahrtskosten zur Arbeitsstelle und bessere Work-Life-Balance. Mit zunehmender Digitalisierung wird das Arbeiten von Zuhause immer interessanter! Doch welche Voraussetzungen werden an ein Homeoffice gestellt? Darf der Chef unangek√ľndigt vorbeikommen und welche Kosten werden mir erstattet? Hier die Antworten auf wichtige Fragen.

Home-Office

Home Office – Das sollten Sie wissen

Mit Einzug des digitalen Zeitalters in die Arbeitswelt wurden viele neue Besch√§ftigungsm√∂glichkeiten geschaffen. Unter anderem z√§hlt das Arbeiten im Homeoffice dazu. Besonders geeignet ist diese Arbeitsform f√ľr Freelancer, wie Grafiker oder Texter, doch auch in vergleichsweise ‚Äúklassischen‚ÄĚ Berufsgruppen sind immer h√§ufiger Bef√ľrworter des (zumindest partiellen) Home Office zu finden.

Arbeitgeber sind so nicht gezwungen, dem Mitarbeiter einen festen Arbeitsplatz bereitzustellen und die Kosten daf√ľr zu tragen. Arbeitnehmern bietet sich die M√∂glichkeit, Berufs- und Privatleben besser miteinander zu vereinbaren (Work-Life-Balance).

Doch welche Voraussetzungen gelten f√ľr die Arbeit von Zuhause und welche Vor- und Nachteile kann diese Arbeitsform mit sich bringen?

Vor- und Nachteile des Home Office im √úberblick

Arbeiten im Team oder doch lieber alleine in den eigenen vier Wänden? Diese Vor- und Nachteile bietet eine Tätigkeit im Home Office:

Vorteile

  • Produktivit√§t
    Meist wird dem Homeoffice eine erhöhte Produktivität zugeschrieben, da beispielsweise Störungen durch Kollegen und etwaige Fahrtstrecken wegfallen. Durch das Arbeiten von zu Hause haben Sie die Möglichkeit, sich vollkommen auf Ihre Arbeit zu konzentrieren und nicht durch externe Faktoren unterbrochen zu werden.
  • Verf√ľgbarkeit
    Sie werden vermutlich weniger krank. Vor allem im Winter scheinen B√ľros von einer regelrechten Erk√§ltungswelle √ľberrollt zu werden. Durch das Arbeiten im Home Office bleiben Sie nicht nur gesund, sondern stecken auch keine Kollegen an, sofern Sie doch mal ‚Äěetwas ausbr√ľten‚Äú.
  • Arbeitszeit
    Arbeitgeber profitieren von der erhöhten, tatsächlichen Arbeitszeit der Mitarbeiter, wobei diese sich daraus ergibt, dass Small-Talk mit Kollegen oder die Anfahrzeit zu Arbeitsstelle (Stau, etc.) wegfallen.
  • Flexibilit√§t
    Ein weiterer Vorteil des Homeoffice ist die erhöhte Flexibilität, da Sie Ihren Tag vergleichsweise frei gestalten können und die Möglichkeit haben, nach Ihrem eigenen Biorhythmus zu arbeiten.
  • Weniger Stress
    Das Arbeiten in den eigenen vier Wänden kann als Prävention vor einem Burnout dienen, sofern Sie Ihre Arbeitszeit strukturiert einteilen. Die vertraute Umgebung und die entspannte Atmosphäre tragen dazu bei, dass Stress weniger Chancen hat und Sie mit voller Konzentration an Ihren Projekten arbeiten können.

Nachteile

  • Ab vom Schuss
    Sofern nicht alle Mitarbeiter des Unternehmens im Home Office beschäftigt sind, werden Sie vermutlich Ihren Chef vergleichsweise weniger sehen, als andere Mitarbeiter. Sie können dadurch aus dem Fokus geraten und die Chance auf eine Gehaltserhöhung oder die Zuteilung eines spannenden Projektes verpassen.
  • Soziale Isolation
    Telefonate oder Videokonferenzen können den echten Austausch mit Kollegen nicht ersetzen. Die Chancen, sich sozial zu isolieren stehen daher sehr hoch. Aufgrund einer starken Tendenz, im Home Office zu vereinsamen, raten Experten, die Form der häuslichen Arbeit auf maximal zwei Tage pro Woche zu begrenzen.
  • Ablenkungen
    Es sind eine Menge Selbstdisziplin und Organisationsfähigkeit gefragt, um die Tätigkeiten im Home Office effektiv erledigen zu können. So ist es beispielsweise obligatorisch, die Arbeitszeiten konkret einzugrenzen, eine feste Struktur hinsichtlich des Arbeitsalltages zu bewahren und sich nicht durch Haushaltstätigkeiten oder die Familie ablenken zu lassen.
  • Vermischung Privat und Beruf
    Die Abgrenzung zwischen dem Privat- und Berufsleben f√§llt Arbeitern im Home Office oftmals sehr schwer. Hinzu kommt die fehlende Motivation, die im B√ľro durch feste Arbeitszeiten und entsprechende Atmosph√§re gesteigert wird.

Diese Voraussetzungen gelten f√ľr das Home Office

Grunds√§tzlich k√∂nnen Sie Ihren Arbeitsplatz frei einrichten und gestalten. Allerdings gelten auch f√ľr das Home Office bestimmte Voraussetzungen, um einen m√∂glichst effektiven Arbeitsalltag zu gew√§hrleisten. So gibt es f√ľr jeden Beruf gesonderte Sicherheitsbestimmungen, denen es unbedingt Folge zu leisten gilt. Dies kann beispielsweise auch bedeuten, dass der Bildschirm eine bestimmte Mindestgr√∂√üe aufweisen muss oder die Beleuchtung optimiert wird, um die Augen zu schonen.

Zudem m√ľssen Dokumente sicher aufbewahrt werden und die Anforderungen an den Datenschutz erf√ľllt sein. Hierf√ľr eignet sich die Installation einer geeigneten Firewall auf dem PC sowie ein abschlie√übarer Raum, um etwaige Dokumente vor der Weitergabe an Dritte zu sichern. Dar√ľber hinaus m√ľssen die technischen Voraussetzungen, wie eine ausreichende Internetverbindung und, je nach Unternehmen, ein PC mit Kamera gegeben sein.

Um die Einhaltung dieser Ma√ünahmen beurteilen zu k√∂nnen, wird sich Ihr Chef in den meisten F√§llen selbst ein Bild des Arbeitsplatzes machen wollen. Hierf√ľr darf er allerdings nicht ungefragt erscheinen, sondern muss eine Besichtigung vorab schriftlich beantragen. Wie oft und wann eine solche ‚ÄúKontrolle‚ÄĚ stattfindet, sollten Sie mit Ihrem Vorgesetzten schriftlich in einer Homeoffice Regelung vereinbaren.

Wer √ľbernimmt die Kosten f√ľr das Home Office?

In den meisten F√§llen ist es √ľblich, einen Firmenlaptop oder ein Firmenhandy vom Unternehmen zur Verf√ľgung gestellt zu bekommen. Wenn (fast) ausschlie√ülich von Zuhause gearbeitet wird und Ihnen der Arbeitgeber keinen Arbeitsplatz zur Verf√ľgung stellen kann, haben Sie unter Umst√§nden Anspruch auf eine partielle √úbernahme der Mietkosten. Dies sollten Sie allerdings vorab schriftlich vereinbaren.

Unter bestimmten Kriterien k√∂nnen Arbeitnehmer die Kosten f√ľr das h√§usliche Arbeitszimmer auch von der Steuer absetzen ‚Äď und zwar als Werbungskosten bis zu einem Gesamtbetrag von 1.250 Euro im Jahr. Selbst√§ndige, f√ľr die das Home Office der berufliche Mittelpunkt ist, k√∂nnen Miete, Ausstattung und Nebenkosten sogar komplett absetzen. Die Aufwendungen m√ľssen sich aber direkt dem Arbeitszimmer zurechnen lassen. Einige Kosten, wie Strom und Heizung, werden daher anteilig √ľber die gesamte Immobilie errechnet.

Voraussetzung f√ľr den steuerlichen Abzug ist zudem, dass das Arbeitszimmer auch wirklich ein B√ľro ist. Eine Arbeitsecke oder ein Durchgangszimmer sind nicht steuerlich absetzbar. Private Gegenst√§nde, wie Fernseher und Couch, d√ľrfen sich nicht im Arbeitszimmer befinden. Das Zimmer darf auch nicht zus√§tzlich als Lagerraum f√ľr Kinderspielzeug dienen.

Wie werden die Arbeitszeiten im Home Office reguliert?

Arbeitszeiten werden grunds√§tzlich genauso gehandhabt, wie im klassischen B√ľro. Arbeitnehmer d√ľrfen maximal acht Stunden arbeiten, unter besonderen Voraussetzungen sind bis zu zwei √úberstunden m√∂glich. Sie sollten jedoch immer beachten, dass manche Berufsgruppen von diesen Regelungen ausgenommen sind und gesonderte Arbeitszeiten haben.

Sofern Sie mehr als sechs Stunden arbeiten, haben Sie Anrecht auf 30 Minuten Pause, bei mehr als neun Stunden, sind es 45 Minuten Pause. Zwischen den einzelnen Arbeitstagen muss eine Pause von mindestens 11 Stunden liegen. Der Vorteil gegen√ľber der Arbeit im B√ľro stellt die flexible Zeiteinteilung dar, wobei Sie die M√∂glichkeiten vorab mit Ihrem Vorgesetzten besprechen sollten.

Dar√ľber hinaus m√ľssen Sie nicht st√§ndig erreichbar sein. Nach der regelm√§√üigen Arbeitszeit haben Sie ein Recht auf Freizeit und m√ľssen weder auf Anrufe, noch auf E-Mails antworten.

Wann haftet die Unfallversicherung im Home Office?

Wenn Sie w√§hrend der Arbeit einen Unfall haben, sind Sie durch die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert. Dies gilt auch im Home Office. Allerdings bezieht sich der Schutz nur auf T√§tigkeiten, welche unmittelbar in Zusammenhang mit Ihrem Beruf stehen. So f√§llt es beispielsweise nicht in den Aufgabenbereich der Unfallversicherung, wenn Sie sich beim Kaffeekochen die Hand mit hei√üem Wasser verbr√ľhen.

Habe ich ein Recht darauf, im Home Office zu arbeiten?

Hinsichtlich der aktuellen Gesetzeslage haben Arbeitnehmer kein Anrecht auf einen Arbeitsplatz im Home Office. Die Entscheidung trifft allein der Arbeitgeber. Er kann Ihre Anfrage genehmigen oder auch ohne Begr√ľndung ablehnen. Das fehlende Anrecht auf Arbeit von Zuhause bedeutet im Gegenzug aber auch, dass Ihr Chef Ihnen nicht vorschreiben kann, in Telearbeit zu arbeiten, au√üer Sie haben sich explizit auf eine Position im Home Office beworben.

Viele Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern aber freiwillig die M√∂glichkeit, ihre berufliche T√§tigkeit zumindest teilweise von zu Hause durchzuf√ľhren. Stimmt der Arbeitgeber Ihrer Anfrage auf Home Office zu, k√∂nnen Sie versuchen, diese Vereinbarung in Ihrem Arbeitsvertrag schriftlich zu fixieren. Dadurch wird die Entscheidung verbindlich und Sie k√∂nnen sich sp√§ter darauf berufen.

Wie angedeutet, ist es nicht ungew√∂hnlich, dass nur eine begrenzte Anzahl von Arbeitstagen zur Heimarbeit genehmigt wird. Das ist auch f√ľr den Mitarbeiter gesund, da Sie so nicht vom Unternehmen isoliert werden und regelm√§√üig mit den Kollegen pers√∂nlich in Kontakt stehen.

Auch wenn es f√ľr eine Arbeit im Home Office derzeit keine gesetzliche Grundlage gibt, ist in diesem Bereich aktuell beim Gesetzgeber viel in Bewegung. Es lohnt sich daher zu beobachten, ob vielleicht schon in naher Zukunft mit einer gesetzlichen Grundlage f√ľr Telearbeit zu rechnen ist oder sich die rechtliche Lage zumindest verbessert.

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