Bewerbungsmappen

Welche Kriterien entscheiden darüber, ob die Bewerbungsunterlagen in einem einfachen Schnellhefter oder in einer hochwertigen Bewerbungsmappe verschickt werden? Was verwende ich in welcher Situation? Neben einer Übersicht mit Vor- und Nachteilen erläutern wir, wie die Unterlagen richtig einsortiert werden.

Bewerbungsmappen

Entscheidungshilfe für die Wahl einer Bewerbungsmappe mit Tipps zum Einordnen der Unterlagen

Vollständige Bewerbungsunterlagen umfassen das Bewerbungsanschreiben, einen meist tabellarischen Lebenslauf sowie relevante Zeugnisse, Zertifikate und Nachweise. Darüber hinaus wird die Bewerbung immer öfter um ein Deckblatt oder um eine Dritte Seite/Motivationsschreiben erweitert. Sofern Sie Ihre Bewerbung postalisch an das Unternehmen versenden, müssen diese Bewerbungsunterlagen natürlich in irgendeiner Form „zusammengefasst“ werden. Schließlich können die einzelnen Blätter nicht lose in den Briefumschlag gelegt werden. Die Bündelung der Bewerbungsunterlagen geschieht meist mit einer Bewerbungsmappe. Bewerbungsmappen gibt es in verschiedenen Qualitätsstufen, vom einfachen Klemmhefter aus Kunststoff bis zur hochwertigen dreiteiligen Bewerbungsmappe aus Karton.

Wann verwendet man einen Klemmhefter und wann eine Bewerbungsmappe?

Bei dieser Entscheidung spielt die Stelle eine wichtige Rolle. Im Allgemeinen gilt, je anspruchsvoller die Stelle, desto hochwertiger die Bewerbungsmappe. So wird bei der Bewerbung um eine Ausbildung oder bei ungelernten Tätigkeiten oft ein Klemmhefter bevorzugt. Bei Akademikern mit Bewerbungen auf Führungspositionen kommen dagegen zweiteilige oder dreiteilige Bewerbungsmappen zum Einsatz. Jede Versandart hat individuelle Vor- und Nachteile.

Zudem fließt in die Entscheidung auch Ihre Bewerbungsstrategie ein. Klemmhefter sind wesentlich günstiger als zweiteilige Bewerbungsmappen. Wenn Sie also Blindbewerbungen (Massenbewerbungen) in hoher Anzahl versenden, kann es bei der Nutzung von hochwertigen Bewerbungsmappen schnell recht teuer werden. Eine Wiederverwendung der Mappen wird auch schwierig, da Sie Ihre Bewerbung oft abgegriffen, zerknickt oder gar nicht zurückbekommen. Bei individuellen Bewerbungen stechen Sie dagegen mit hochwertigen, farbigen Bewerbungsmappen heraus.

Letztendlich spielt auch Ihr eigener Geschmack und der Geschmack des Personalers eine Rolle. Wenn Sie im Rahmen einer Initiativbewerbung mit dem Unternehmen vorab telefonieren sollten, erkundigen Sie sich im Zuge dessen auch, welche Art von Bewerbungsmappe seitens des Unternehmens bevorzugt wird.

Wie sortiert man Unterlagen in die Bewerbungsmappe ein?

Im Folgenden haben wir für Sie eine Übersicht zusammengestellt, wie Sie die Bewerbungsunterlagen in einem Klemmhefter, einer zweiteilige oder in einer dreiteiligen Bewerbungsmappe unterbringen können und welche Vor- und Nachteile es bei der jeweiligen Mappenart gibt.

Wie Sie sich auch entscheiden, allen Varianten ist gemein, dass vorn in die Mappe/Hefter lose das Anschreiben hineingelegt wird. Das hat rechtliche Gründe, da das Bewerbungsschreiben dem Unternehmen und die Bewerbungsmappe mit Inhalt Ihnen gehört. Bei aufwendigeren Bewerbungsmappen gibt es sogar ein Klarsichtfenster, in welches man den „Brief“ steckt.

Klemmhefter aus Kunststoff oder Karton

Klemmhefter aus Kunststoff sind eine einfache und kostengünstige Variante, Ihre Bewerbungsunterlagen unterzubringen. Der Personaler wird Ihre Unterlagen in der Regel nicht im Klemmhefter sichten, sondern die Unterlagen vorher herauslösen. Da ein Klemmhefter aus Kunststoff ein kostengünstiges Produkt ist, besteht natürlich das Risiko, dass der Hefter für den Leser recht billig aussieht. Daher gibt es für Klemmhefter aus Kunststoff auch den Upgrade zu einem Klemmhefter aus Karton.

In den Hefter werden die Bewerbungsunterlagen in der folgenden Reihenfolge eingeheftet:

Wie bereits erwähnt, wird das Bewerbungsanschreiben lose in den Hefter gelegt oder auf den Hefter mit einer Heftklammer befestigt.

Hinweis

Manchmal ist in Stellenanzeigen auch zu lesen, dass „keine Bewerbungsmappe erwünscht ist“ oder dass „die Bewerbungsunterlagen ohne Bewerbungsmappe versendet werden sollen“. Hier empfehlen wir Ihnen die Verwendung eines Klemm- oder Schnellhefters. Wenn auch das laut Stellenanzeige ausgeschlossen wird, können Sie sich in einem weiteren Downgrade für eine einfache Klemmschiene entscheiden.

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Zweiteilige Bewerbungsmappe aus Karton

Im Gegensatz zum Klemmhefter machen zweizeilige Bewerbungsmappen einen wertigeren Eindruck. Sie sind allerdings teurer und eignen sich somit eher für individuelle Bewerbungen. Eine zweiteilige Bewerbungsmappe wird einmal aufgeschlagen und verbraucht damit auf dem Tisch des Personalers relativ wenig Platz.

Die Mappe ist in verschiedensten Ausführungen erhältlich, u.a.:

  1. mit einer Klemmschiene rechts
  2. mit Einschubtasche/Dreiecktasche links und einer Klemmschiene rechts
  3. mit zwei Klemmschienen (links und rechts)

In der Variante 1 werden alle Bewerbungsunterlagen analog der Reihenfolge im Klemmhefter rechts in die Klemmschiene eingeheftet.

Die Variante 2 bietet sich besonders bei einem einseitigen Lebenslauf an. Der Lebenslauf wird links in die Einschubtasche oder in die Dreiecktasche gesteckt. Die anderen Unterlagen kommen in die rechte Klemmschiene. Wahlweise kann die Einschubtasche natürlich auch für das Bewerbungsanschreiben genutzt werden. Dann kommt auch der Lebenslauf in die rechte Klemmschiene.

Bei der Variante 3 mit zwei Klemmschienen empfehlen wir Ihnen, die Bewerbungsunterlagen links und den Lebenslauf in die rechte Klemmschiene einzuheften. Das hat den Vorteil, dass der Leser beim Durchstöbern Ihrer Nachweise den Lebenslauf immer im Auge hat und beim Blättern nicht verdeckt wird. Das Anschreiben gehört auch hier lose auf die Bewerbungsmappe.

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Dreiteilige Bewerbungsmappe aus Karton

Eine hochwertige dreiteilige Bewerbungsmappe aus Karton ist der Sportwagen unter den Bewerbungsmappen. In ihr finden Deckblatt, Nachweise und der Lebenslauf parallel Platz. Das geht allerdings zu Lasten der Größe! Dreiteilige Bewerbungsmappen müssen zweimal aufgeklappt werden. Daher benötigt die Bewerbungsmappe viel Platz auf dem Schreibtisch des Personalers. Wer seinen eigenen Schreibtisch betrachtet, kann sich denken, dass dieses Platzangebot nicht immer gegeben ist. Ein echter Nachteil! Dreiteilige Bewerbungsmappen sind daher bei Personalers nicht ganz so beliebt.

Bei der dreiteiligen Bewerbungsmappe empfehlen wir Ihnen, links das Deckblatt, rechts den Lebenslauf und in die Mitte die restlichen Bewerbungsunterlagen ohne dem Anschreiben einzuheften. Das ermöglicht analog zur zweiteiligen Bewerbungsmappe die Sichtung der Nachweise ohne den Lebenslauf aus dem Blick zu verlieren. Das Deckblatt beinhaltet keine neuen Informationen und kann daher verdeckt werden. Alternativ können Sie das Deckblatt auch in die Mitte mit einsortieren und dafür das Anschreiben links einordnen. Achten Sie aber darauf, das Anschreiben nicht fest einzuheften!

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Welche Farbe sollte man für die Mappe wählen?

Bewerbungsmappen werden in den Standard-Farben Weinrot, Grau, Dunkelblau und Schwarz angeboten. Wählen Sie die Farbe, die am besten mit dem Unternehmen korrespondiert. Oft können Sie die Unternehmensfarben bereits aus dem Firmen-Logo ableiten. Die Hintergrundfarbe Ihres Bewerbungsfotos sollte ebenfalls mit der Farbe der Bewerbungsmappe stimmig sein.

Es gibt auch besonders auffällige Bewerbungsmappen mit farbigen Verzierungen und in besonderen Formen. Wenn Sie sich nicht gerade im Kreativ- oder Marketingbereich bewerben, empfehlen wir Ihnen eher ein schlichtes Design.

6 Tipps, die Sie für Ihre Bewerbungsmappe unbedingt beachten sollten!

  • Vollständigkeit der Bewerbungsunterlagen
    Ihre Bewerbungsunterlagen müssen auf dem aktuellen Stand sein.
  • Vermeiden Sie doppelseitig bedruckte Unterlagen
    Unternehmen verwenden in der Regel den Einzelblatteinzug, um Ihre Bewerbungsunterlagen zu vervielfältigen. Daher könnten auf der Rückseite vorhandene Informationen verloren gehen.
  • Zeugnisse nie im Original beilegen
    Kopien genügen und müssen nicht beglaubigt werden. Die Kopien der Zeugnisse und Arbeitsproben müssen beste Qualität aufweisen!
  • Unterlagen nur einmal verwenden
    Ein geschultes Auge sieht sofort, dass Sie Unterlagen wiederverwenden.
  • normaler Postweg
    Versenden Sie Ihre Bewerbungsmappe auf dem ganz normalen Postweg. nicht als Express oder Einschreiben.
  • keine Antwort?
    Nach Absenden der Bewerbungsunterlagen können Sie nach drei Wochen telefonisch nachfragen. Wurde allerdings in der entsprechenden Stellenanzeige darum gebeten, Rückfragen zu unterlassen, sollte man das respektieren. Nach über einem Monat kann man aber auch in diesen Fällen nachfragen. Weiterführende Informationen finden Sie im Abschnitt Vorstellungsgespräch.