Lebenslauf

Der Lebenslauf ist eine Pflichtunterlage in der Bewerbung. Er informiert über Ihren persönlichen Werdegang und gibt Aufschluss zu Ihren fachlichen Fähigkeiten. Dieser Beitrag zeigt, wie der Lebenslauf aufgebaut wird - anschaulich erklärt mit vielen Beispielen.

Lebenslauf

Funktionaler, ausführlicher und tabellarischer Lebenslauf

Was ist ein Lebenslauf?

Ein Lebenslauf, auch bekannt unter dem Namen Curriculum Vitae (CV), informiert lückenlos über den persönlichen und beruflichen Werdegang. Er muss klar gegliedert sein, um dem Leser einen schnellen Überblick zu ermöglichen.

Alle für die angestrebte Stelle relevanten beruflichen Stationen, Bildungswege und Kenntnisse müssen übersichtlich und in der richtigen Reihenfolge dargestellt werden. Sie dürfen nichts verfälschen oder verbergen! Sie können natürlich Ihren Lebenslauf ein wenig "schminken", indem Sie bestimmte Informationen weglassen. Achten Sie aber darauf, dass in Ihrem Lebenslauf dadurch keine zeitlichen Lücken entstehen. Vermeiden Sie generell Angaben der Art "seit 06/2004 arbeitslos". Beschreiben Sie stattdessen, wie die Zeit in der Bewerbungsphase genutzt wurde (zum Beispiel für Recherchen und Fortbildungen)

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Funktionaler, ausführlicher oder tabellarischer Lebenslauf?

Sofern nicht anders gefordert, wird der Lebenslauf maschinell erstellt. Der Umfang sollte sich dabei auf zwei Seiten erstrecken. Akademiker können drei Seiten nutzen.

Es gibt den funktionalen, den ausführlichen und den tabellarischen Lebenslauf.

Im tabellarischen Lebenslauf werden die Stationen und Kenntnisse des Bewerbers in tabellarischer Form als einzelne Blöcke nach zeitlichen Kriterien zusammengestellt. Er ist die am häufigsten genutzte Form des Lebenslaufs.

Auch im funktionalen Lebenslauf werden Berufstätigkeit und Ausbildung(en) in Blöcken zusammengefasst. Die Blöcke werden aber nicht nach zeitlichen Kriterien, sondern nach inhaltlichen Gesichtspunkten gestaltet. Er bietet sich somit bei häufigen Arbeitsplatzwechseln (Job-Hobbing) mit ähnlichen Tätigkeitsbereichen an. Nachteil für den Personaler ist allerdings, dass der zeitliche Bezug verloren geht. Das kann der Bewerber aber nutzen, um bestimmte Stationen zu kaschieren.

Der ausführliche Lebenslauf wird handgeschrieben in Absatzform gestaltet. Diese Art des Lebenslaufes fasst alle Informationen in einem Fließtext zusammen.

Tipp zum ausführlichen Lebenslauf:
Erstellen Sie zunächst einen tabellarischen Lebenslauf und leiten Sie daraus den ausführlichen Lebenslauf ab. Nur auf ausdrücklichen Wunsch sollten Sie diese Form des Lebenslaufs wählen!

Sofern das Unternehmen nicht explizit den funktionalen oder ausführlichen Lebenslauf verlangt, verwenden Sie für Ihre Bewerbung einen tabellarischen Lebenslauf.

Warum wird oft ein tabellarischer Lebenslauf gefordert?

In der Praxis ist der tabellarische Lebenslauf die Art von Lebenslauf, die von Personalmitarbeitern am häufigsten erwartet wird. Aus Sicht des Unternehmens birgt die Darstellung der Lebensstationen des Bewerbers die folgenden Vorteile:

  • Bewerber lassen sich leicht miteinander vergleichen
  • schnelle Erfassung wichtiger Daten
  • viele Informationen lassen sich auf nur einer Seite unterbringen
  • Daten lassen sich schnell wiederfinden

Geht eine Fülle an Bewerbungen für eine ausgeschriebene Stelle ein, müssen sich die Personaler entsprechend durch viele Informationen lesen. Die übersichtliche (tabellarische) Darstellung erleichtert diese Aufgabe wesentlich.

Aufbau des tabellarischen Lebenslauf

Wie bereits erwähnt, ist der tabellarische Lebenslauf die am häufigsten geforderte Form des Lebenslaufs. Passen Sie den Lebenslauf immer auf das jeweilige Unternehmen und die Tätigkeit an. Einen allgemeingültigen Muster-Lebenslauf gibt es daher leider nicht! Je nachdem, für welche Stelle oder Ausbildung Sie sich bewerben, werden bestimmte Stationen ausführlicher beschrieben und andere Stationen nur formal genannt, ohne auf deren Inhalte einzugehen.

Analog zum Bewerbungsanschreiben können Sie sich auch beim tabellarischen Lebenslauf an den Gestaltungsregeln der DIN 5008 orientieren. Diese regelt u.a. die folgenden Seitenränder:

  • Seitenrand links: 24,1 mm
  • Seitenrand rechts: mind. 8,1 mm
  • Seitenrand unten: 16,9 mm
  • Seitenrand oben: 16,9 mm

Als Schriftart bieten sich die Standardschriftarten Times New Roman oder Arial in der Schriftgröße 12 an. Grundsätzlich ist von variierenden Schriftarten und Schriftgrößen sowie von doppelten Formatierungen, wie zum Beispiel fett und unterstrichen abzusehen.

Eingeleitet wird der Lebenslauf mit der Überschrift "Lebenslauf" oder "Curriculum Vitae". Die Ausrichtung der Überschrift ist Ihnen überlassen (linksbündig oder zentriert).

Wenn Sie kein Deckblatt verwenden, wird im Lebenslauf oben rechts das Bewerbungsfoto mit Klebepunkten oder doppelseitigem Klebeband befestigt. Bei der Onlinebewerbung wird das Bewerbungsfoto digital eingefügt.

Ein Hinweis zum Bewerbungsfoto:

Mit dem Inkrafttreten des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes im August 2006 sind Sie nicht mehr verpflichtet, Ihren Bewerbungsunterlagen ein Bewerbungsfoto beizulegen. Unabhängig davon ist es in Deutschland noch durchaus üblich, ein Bewerbungsfoto mitzuschicken.

Im Anschluss an die Überschrift folgt eine Auflistung Ihrer persönlichen Informationen sowie beruflicher Stationen und Interessen in tabellarischer Form. Dabei befindet sich links der Zeitraum und rechts die (berufliche) Station.

Den Abschluss des Lebenslaufs bildet Ihre Unterschrift mit Ort und Datum, mit der Sie die Richtigkeit und Aktualität der getätigten Angaben bestätigen. Unterschreiben Sie leserlich mit Vor- und Zuname und verwenden Sie keine Grußformel. Für die Onlinebewerbung genügt eine Unterschrift in Maschinenschrift.

Häufig verwendete Kategorien

Die folgenden Kategorien sind als Beispiel zu verstehen und sind, je nach persönlicher Situation, unterschiedlich zu strukturieren. Es gilt: Geben Sie bei Stationen, die für die Stelle inhaltlich relevant sind, neben den Zeiträumen auch Aufgabenbereiche und Erfahrungen an. Bei drei Stichpunkten sollte allerdings die Grenze liegen.

Die Kategorien können chronologisch oder antichronologisch (letzte Tätigkeit zuerst) sortiert werden. Ein antichronologischer Aufbau (auch bekannt als amerikanischer Lebenslauf) empfiehlt sich, wenn Sie einen umfangreichen Berufsweg vorzuweisen haben. So sieht der Personalverantwortliche auf den ersten Blick, wo Sie aktuell beschäftigt sind. Der chronologische Aufbau ist auch unter dem Begriff "deutscher Lebenslauf" bekannt.

Hinweis:
Zeiträume werden immer monatsgenau im Format [Monat/Jahr] angegeben. Ausnahme bilden Stationen, die länger zurückliegen. Das ist oft bei Schulbesuchen der Fall. Dort reicht eine jahresgenaue Angabe.

Persönliche Daten

Die Kategorie "Persönliche Daten" ist eine Pflichtkategorie und beinhaltet Stammdaten zum Bewerber. Dazu gehören Vor- und Nachname, Wohnanschrift, Kontaktdaten mit E-Mailadresse und Telefonnummer, Geburtsdatum und -ort, der Familienstand und die Staatsangehörigkeit sowie der angestrebte Abschluss.

Bitte beachten Sie, dass Sie zu Familienstand, Staatsangehörigkeit sowie Geburtsdatum und -ort aufgrund des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes eigentlich keine Angaben machen müssen.

Informationen, die bereits auf dem Deckblatt aufgeführt sind, sollten in der Kategorie "Persönliche Daten" nicht wiederholt zu werden.

Beispiel:

Persönliche Daten

Name:

Titel/Diplomgrad, Vor- und Zuname

Anschrift:

Musterstraße 4

01800 Musterdorf

Geburtsdatum und -ort:

10.06.1978 in Musterdorf

Bei Ausländern ist zusätzlich das Land anzugeben.

Staatsangehörigkeit:

deutsch

Nur angeben, wenn sich die Staatsangehörigkeit nicht aus dem Namen ableiten lässt.

Familienstand:

ledig/verheiratet/..., Anzahl der Kinder, Alter der Kinder

Bitte den Beitrag Familienstand und Kinder im Lebenslauf beachten!

Telefon:

03594 718942100

E-Mail:

max.mustermann@muster.de

Beruflicher Werdegang

Hier findet sich eine vollständige Auflistung aller beruflichen Stationen jeweils mit Tätigkeitsdauer, Stellenbezeichnung und dem beschäftigenden Unternehmen. Soll der Name des Unternehmens nicht genannt werden, zum Beispiel um unerwünschtes Nachfragen beim derzeitigen Unternehmen zu vermeiden, so kann das Unternehmen durch die Branche umschrieben werden. Sofern Sie die berufliche Tätigkeit als wichtig für die neue Stelle ansehen, nennen Sie zusätzlich drei Aufgabenschwerpunkte in stichpunktform.

Beispiel:

Beruflicher Werdegang

09/2006 – 03/2014

Softwareentwickler bei der Muster GmbH

  • Weiterentwicklung Warenwirtschaftssystem Muster RMS
  • Wartung der Systemlandschaft von der Materne AG
  • Realisierung B2C-Webshop auf Basis IBM Commerce Server

Schulische Ausbildung

Die schulische Ausbildung beinhaltet eine Auflistung der besuchten Schulen mit Name, Ort und Typ der Schule sowie entsprechendem Zeitraum. Der Abschluss sowie die Abschlussnote des höchsten Schulabschlusses werden ebenfalls genannt. Die Grundschule wird nur bei Schülern aufgeführt.

Beispiel:

Schulische Ausbildung

1992 – 1997

Städtisches Goethe-Gymnasium in Bischofswerda

Abschluss: Abitur (Note 1,3)

Grundwehrdienst/Zivildienst

Zeiten des Wehr- oder Zivildienstes werden aufgeführt, um zeitliche Lücken im Lebenslauf zu vermeiden. Wenn die Tätigkeit für die angestrebte Stelle inhaltlich wichtig ist, untermauern Sie die Tätigkeit mit Aufgabengebieten in stichpunktform.

Beispiel:

Grundwehrdienst

09/1997 – 06/1998

3-monatige Grundausbildung und anschließender Einsatz in der Instanthaltung im Panzerartilleriebataillon 815 in Eggesin

Berufliche Ausbildung

Hier finden sich Informationen zur Berufsausbildung. Es wird das Unternehmen mit eventuellem Ausbildungsort, Art der Ausbildung sowie der Abschluss aufgeführt. Gegebenenfalls können auch Ausbildungsschwerpunkte genannt werden. Jeder erfolgreich absolvierten Ausbildung folgt die Abschlussnote. Abgebrochene Ausbildungen werden mit "(ohne Abschluss)" markiert.

Beispiel:

Berufliche Ausbildung

08/1998 – 07/2000

Gabrieller Basilt AG

Berufsausbildung zum KFZ-Mechatroniker

Abschlussnote: gut

Studium

Diese Kategorie ist für Studenten und Absolventen relevant. Neben der Dauer des Studiums, werden Studiengang/-fach mit Vertiefung und Hochschule sowie der Abschluss mit Abschlussnote genannt. Darüber hinaus kann das Thema der Abschlussarbeit/Promotion und (falls Sie sich gerade im Studium befinden) der voraussichtliche Abschlusszeitpunkt aufgeführt werden.

Beispiel:

Studium

09/2001 – 11/2005

Studium der Wirtschaftsinformatik an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden

Abschlussnote: sehr gut

Thema der Diplomarbeit

"Konzeption und Realisierung eines webbasierten Frameworks zum Zugriff auf Inhalte und Funktionen der Instandhaltung (Modul PM) des SAP R/3" bei der Kaiser AG

Praktika

Zu jedem Praktikum werden Zeitraum, Unternehmen, Ort und Tätigkeitsbereich genannt. Führen Sie nur Praktika auf, durch die Sie sich einen Vorteil erhoffen oder wenn durch das Weglassen eine zeitliche Lücke entstehen würde. Je nach Wichtigkeit wird das Praktikum mit drei inhaltlichen Schwerpunkten untermauert.

Beispiel:

Praktika

10/2003 – 02/2004

Energieversorgung Mitte Ost GmbH

Einführung der Middlewarelösung "TransConnect" zur Kopplung des SAP IS-U an Fremdsysteme

Weitere Rubriken im Lebenslauf könnten sein:

Umfassende Informationen zu den verschiedenen Kategorien finden Sie in unserem Beitrag Gliederung im Lebenslauf. Bitte beachten Sie, dass Abschlüsse und Befähigungen durch Zeugnisse, Zertifikate oder andere Nachweise belegt werden müssen.

Praktisches Beispiel für den tabellarischen Lebenslauf

Unser Tipp - der Bewerbungs-Editor!


Den tabellarischen Lebenslauf sowie die gesamte Bewerbungsmappe können Sie mit unserem Bewerbungs-Editor online erstellen. Das folgende Video zeigt einen Ausblick der Funktionsweise.