Angabe der Gehaltsvorstellungen

Immer öfter wird in Stellenanzeigen um die Bewerbung unter Angabe der Gehaltsvorstellung gebeten. Dieser Beitrag zeigt, wie Berufserfahrene, Jobeinsteiger oder Auszubildende darauf am besten reagieren können - mit vielen, praktischen Formulierungsbeispielen!

Angabe der Gehaltsvorstellungen

Tipps und Beispiele zur Angabe der Gehaltsvorstellungen im Anschreiben

Wenn das Unternehmen von Ihnen bei der Bewerbung die Angabe eines Gehaltswunsches fordert, so beziehen Sie sich immer auf das Brutto-Jahresgehalt. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass es sich um ein Praktikum oder um eine Ausbildung handelt, beziehen Sie sich auf das Brutto-Monatsgehalt.

Wie viel kann ich verlangen?

Für die Gehaltsangabe ist Ihr Wunschgehalt ausschlaggebend. Das Wunschgehalt liegt üblicherweise über Ihrer Untergrenze, also der Vergütung, für die Sie gerade noch bereit sind, Ihre Arbeitsleistung dem Unternehmen anzubieten.

Die Gehaltsvorstellung wird im Bewerbungsanschreiben formuliert und dient als Ausgangsbasis für die spätere Gehaltsverhandlung im Vorstellungsgespräch. Beachten Sie, dass Ihr Gehaltswunsch durch den Personalverantwortlichen für gewöhnlich noch nach unten verhandelt wird. Daher sollten Sie im Anschreiben auch Ihr Wunschgehalt nennen und nicht die Untergrenze.

Was Sie konkret verlangen können, ergibt sich aus zwei Faktoren: Ihren beruflichen Qualifikationen und dem Unternehmen, in dem Sie sich bewerben. Geht es dem Unternehmen gut, ist es natürlich eher bereit, mehr für eine Arbeitskraft zu zahlen. Ein Blick in die Unternehmensbilanz lohnt sich also.

Gehalt bei Berufserfahrenen

Wenn Sie sich aus dem Job heraus bewerben, können Sie in der Regel mehr verlangen, als wenn Sie arbeitslos gemeldet sind. Schließlich sind Sie nicht gezwungen, in das Unternehmen zu wechseln! Darüber hinaus ist Ihr beruflicher Hintergrund mit Abschluss, Berufserfahrungen und Zusatzqualifikationen ausschlagebend.

Allgemein wird das zukünftige Gehalt circa 10 bis 15 Prozent über dem momentanen Gehalt angesetzt. Dies entspricht in etwa einer Karrierestufe.

Ermitteln Sie also zunächst Ihr aktuelles Jahresgehalt als Basis für die Ermittlung des Gehaltswunsches.

Berücksichtigen Sie dabei auch geldwerte Vorteile, wie:

  • Weihnachtsgeld
  • Urlaubsgeld
  • vermögenswirksame Leistungen
  • Übernahme von Kosten für Fort- und Weiterbildungen
  • zusätzliche Versicherungen
  • Stellung eines Dienstwagens
  • weitere Leistungen, wie Firmenrabatte, Aktienoptionen, Beteiligungen usw.

Nachdem Sie Ihr aktuelles Jahresgehalt berechnet haben, informieren Sie sich über die üblichen Gehälter der angestrebten Arbeitsstelle. Hierfür kann man Zeitschriften und das Internet als Informationsquelle heranziehen.

Gehalt für Berufseinsteiger

Als Jobeinsteiger sieht die Berechnung leider anders aus. Sie haben schließlich kein Referenzgehalt. Es liegt also an Ihnen, sich im Vorfeld genau zu informieren, wie viel in dem Unternehmen, in der Region und in der Branche gezahlt wird. Häufige Anlaufpunkte zur Informationsbeschaffung sind Wirtschaftszeitschriften, Berufsverbände, die Industrie- und Handelskammer, Gehaltsvergleiche oder Gehaltstabellen im Internet. Auch bei der Bundesagentur für Arbeit können Sie sich informieren. Vielleicht kennen Sie auch einen Bekannten, der in dem Unternehmen tätig ist?

Vergütung für Praktikanten und Auszubildende

Für ein Praktikum oder eine Ausbildung wird im Regelfall keine Gehaltsvorstellung gewünscht, da die Vergütungen innerbetrieblich oder per Tarifvertrag festgelegt sind.

Wichtig ist, dass Ihre Gehaltsvorstellungen realistisch sind. Wenn Sie ein zu niedriges Gehalt ansetzen, wird Ihnen unter Umständen unterstellt, dass Sie über unzureichende Qualifikationen oder ein schlechtes Selbstbewusstsein verfügen. Umgedreht zeugt ein zu hohes Gehalt von Selbstüberschätzung und ruft Abwehrreaktionen beim Personalverantwortlichen hervor.

Lassen Sie in Ihre Gehaltsvorstellung auch zusätzliche Kosten einfließen, wie Miet- oder Fahrtkosten, die beim Antritt der neuen Stelle entstehen. In Ihrer Gehaltsforderung müssen alle Ihre Forderungen enthalten sein. Auch ein dreizehntes Jahresgehalt und Urlaubsgeld ändern in der Summe nichts am Jahresgehalt.

Wie und wo werden die Gehaltsvorstellungen angegeben?

Die Gehaltsvorstellungen werden am Ende des Anschreibens angegeben. Wiederholen Sie kurz die wichtigsten Anforderungen an die Stelle und nennen Sie dann selbstsicher Ihren konkreten Gehaltswunsch.

Beispiel: "Meine Gehaltsvorstellungen liegen bei 44 000,- Euro brutto im Jahr."

Sind Sie bei den weiteren geldwerten Vorteilen (siehe oben) des Unternehmens nicht sicher, so verwenden Sie Gehaltsspannen als Verhandlungsbasis.

Beispiel: "Meine Gehaltsvorstellungen liegen zwischen 44 000,- und 50 000,- brutto im Jahr.

Noch einige Formulierungsbeispiele!

Direktes Belegen mit relevanten Fähigkeiten

Aufgrund meiner Fähigkeiten A und B sowie meiner Qualifikationen im Bereich Controlling lege ich der Tätigkeit eine Vergütung von ... zugrunde.

Keine Angabe Ihres Gehaltswunsches, obwohl dies vom Unternehmen gefordert wird

Weitere Informationen zu meinen Fähigkeiten und Qualifikationen sowie zum Gehalt erläutere ich Ihnen gern in einem persönlichen Gespräch.

oder:

Da mir die ausgeschriebene Stelle vielfältige Möglichkeiten bietet, freue ich mich sehr über Ihre Einladung zum Vorstellungsgespräch. Gern können wir uns dabei auch über meine Gehaltsvorstellungen unterhalten.

Beachten Sie, dass Sie dem Unternehmen damit eine Pflichtinformation verweigern! Wenn vollständige Bewerbungsunterlagen gefordert sind, kann dies zur Aussortierung Ihrer Bewerbung führen!