Lücken im Lebenslauf vermeiden


Wie bereits in der Rubrik Lebenslauf beschrieben, informiert der Lebenslauf lückenlos über den persönlichen und beruflichen Werdegang des Bewerbers. Lücken, im Sinne von Zeiten der Nichtbeschäftigung, entstehen allerdings schnell. Gründe können verschiedenster Natur sein. Sie reichen von Krankheiten, über das Nehmen einer beruflichen Auszeit bis hin zu Zeiten der Arbeitslosigkeit. Doch wie geht man mit diesen Zeiten im Lebenslauf um? Soll man die Zeiträume aufführen, lügen oder doch besser ganz verschweigen?

Zunächst einmal: Lücken fallen immer auf. Schlimmer noch, sie wecken Neugierde! Personalverantwortliche sind darin geschult, Ungereimtheiten in einer Bewerbung zu entdecken. Spätestens zum Vorstellungsgespräch werden Sie dann aufgefordert, die Lücken zu erklären. Da nützt es auch nichts, berufliche Zeitabschnitte nur jahresgenau zu notieren. Ungenaue Zeitangaben, wie “2005 – 2008 …“, führen zu Spekulationen und wirken sich dadurch eher nachteilig für den Bewerber aus. Führen Sie Ihre beruflichen Stationen daher immer monatsgenau auf (Beispiel “03/2005 – 08/2008 Tätigkeit als … bei …“). Ausnahmen sind sehr lang zurückliegende Stationen, wie bspw. ein Schulbesuch. Für diese Zeiträume genügt in der Regel eine jahresgenaue Angabe.

Lügen sollten Sie auf keinen Fall! Spätestens, wenn beim Vorstellungsgespräch von Ihnen erfundene Tätigkeiten genauer hinterfragt werden oder entsprechende Nachweise verlangt werden, fällt der ganze Schwindel auf. Das ist für Sie nicht nur peinlich, auch die Aussicht auf den Job ist verwirkt. Und selbst wenn es nicht sofort herauskommt, im späteren Berufsleben sind solche Falschinformationen ein Grund für die fristlose Kündigung.

Was machen wir also mit Zeiten der Nichtbeschäftigung? Füllen Sie die Lücken mit sinnvollen Fakten!
Für allgemeine Zeiten der Arbeitslosigkeit ist zu sagen … niemand liegt den ganzen Tag im Bett und macht rein gar nichts. Beschreiben Sie, was Sie während dieser Zeit getan haben. Der Arbeitgeber muss den Eindruck gewinnen, dass Sie die Zeit sinnvoll genutzt haben.

Beispiele für Tätigkeiten können sein:

  • Selbststudium (dazu gehört auch das Lesen von Büchern und Fachmagazinen)
  • Erweiterung branchenbezogener Kenntnisse, wie bspw. EDV-Kenntnisse
  • Weiterbildungen, Kurse und Schulbesuche
  • Neben- und Aushilfsjobs sowie gemeinnützige Arbeiten
  • Sprach- und Bildungsreisen
  • Bekleidung von Ehrenämtern
  • Vorbereitung auf eine Ausbildung oder das Studium
  • Durchführung von Praktika

Abbildung: Lücken füllen

Setzen Sie sich also damit auseinander, wie Sie Ihre Tätigkeiten und vor allem die dabei gesammelten Erfahrungen positiv in Ihren beruflichen Werdegang einarbeiten können. So können Sie zum Beispiel eine Urlaubsreise mit Ihren gewonnenen Sprachkenntnissen und dem Einblick in fremde Kulturen begründen. Übertreiben sollten Sie dabei aber nicht, es muss alles glaubhaft rüberkommen!
Achten Sie weiterhin darauf, den Bezug zur angestrebten Stelle nicht aus den Augen zu verlieren. So ist es zum Beispiel als Softwareentwickler äußerst sinnvoll, wenn man während der Arbeitslosigkeit Webseiten für Bekannte erstellt hat. Das dient nicht nur zur Überbrückung, es bringt auch Pluspunkte!

Jedoch sollte alles, also auch eigentlich nicht relevante Tätigkeiten, dem “arbeitslos” vorzogen werden. Sollten Sie überhaupt keine Tätigkeiten zur Überbrückung finden, ziehen Sie dem “arbeitslos” aktivere Begriffe, wie “arbeitsuchend” und “Bewerbungsphase” vor. Bei längeren Zeiträumen kann auch “berufliche Neuorientierung” verwendet werden.

Auch längere Krankheitszeiträume brauchen Sie nicht zu verschweigen. Betonen Sie aber, dass Sie die Krankheit überwunden haben und Ihre Leistungsfähigkeit für die angestrebte Stelle nicht beeinflusst ist.

Auch mit einer Erziehungszeit können Sie offen umgehen. Das ist schon lange keine Lücke mehr, sondern vielmehr ein Tätigkeitswechsel. Vermeiden Sie aber die Assoziation mit “Urlaub”. Bezeichnen Sie den Abschnitt daher besser als “Familienphase”.

Beachten Sie darüber hinaus, dass Zeiträume der Nichtbeschäftigung von bis zu 3 Monaten im Lebenslauf nicht aufgeführt werden müssen. Diese “Übergangszeiträume” werden zumeist ohne Nachfragen seitens des Personalers akzeptiert.

Kurztipps

  • Abbruch des Studiums
    Wenn Sie Ihr Studium ohne Abschluss vorzeitig beendet haben, geben Sie am Besten noch ein paar Stichpunkte für Tätigkeiten und erworbene Erfahrungen an. Dadurch gewinnen Sie der Zeit einen positiven Aspekt ab.
  • Job-Hopping
    Sollten Sie innerhalb kurzer Zeit bei relativ vielen Arbeitgebern beschäftigt worden sein, versuchen Sie die Tätigkeiten gemeinsam unter einem Oberbegriff, wie zum Beispiel der Branche, zusammenzuführen.
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