Gliederung im Lebenslauf

Gliederung im Lebenslauf

Liste möglicher Kategorien und Rubriken im Lebenslauf + Beispiele

Wie in unserem Beitrag zum Lebenslauf erläutert, informiert der Lebenslauf lückenlos über den beruflichen Werdegang des Bewerbers. Neben dem Inhalt sollte das Hauptaugenmerk auf einer übersichtlichen Darstellung liegen. Der Leser muss auf Anhieb wichtige Informationen finden. Daher wird der tabellarische Lebenslauf in Kategorien strukturiert. Dieser Beitrag zeigt, welche Kategorien im Lebenslauf für gewöhnlich verwendet werden. Neben der Berufsgruppe, für die der Abschnitt angedacht ist, finden Sie auch alternative Kategorie-Namen.

Persönliche Daten

Synonyme: Zur Person, Zu meiner Person
Für wen: Schüler, Auszubildende, Berufsanfänger/Berufserfahrene

Die persönlichen Daten umfassen Stammdaten zum Bewerber, wie Name, Anschrift, Kontaktdaten (E-Mailadresse, Telefonnummer), Geburtsdatum und -ort, Familienstand, angestrebter Abschluss und Staatsangehörigkeit. Informationen, die bereits auf der Dritten Seite aufgeführt sind, brauchen in dieser Kategorie nicht wiederholt zu werden. Familienstand, Staatsangehörigkeit, Geburtsdatum und -ort sind keine Pflichtangaben! Bitte hierzu das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) beachten.

Beispiel:

Persönliche Daten

Name:

Max Mustermann

Anschrift:

Musterallee 5

01069 Dresden

Geburtsdatum und -ort:

10.06.1978 in Bautzen

Familienstand:

verheiratet, 1 Kind

Telefon:

0172 78xx895678

E-Mail:

max.mustermann@t-online.de

Beruflicher Werdegang

Synonyme: Berufserfahrung, Berufserfahrungen
Für wen: Auszubildende, Berufsanfänger/Berufserfahrene

Der berufliche Werdegang enthält eine vollständige Auflistung aller beruflichen Stationen jeweils mit Tätigkeitsdauer, Stellenbezeichnung und dem beschäftigenden Unternehmen. Soll der Name des Unternehmens nicht genannt werden, zum Beispiel um unerwünschtes Nachfragen beim derzeitigen Unternehmen zu vermeiden, so kann das Unternehmen umschrieben werden. So könnte statt „Mechatroniker im Autohaus Kunze GmbH in Dresden“ auch „Mechatroniker in einem VW-Autohaus“ geschrieben werden. Sofern die berufliche Tätigkeit inhaltlich wichtig für die neue Stelle ist (oder sein könnte!), werden zusätzlich drei Aufgabenschwerpunkte in stichpunktform genannt.

Beispiel:

09/2006 – 03/2014

Softwareentwickler bei Zais AG

  • Weiterentwicklung Warenwirtschaftssystem SACIA RMS
  • Wartung der Systemlandschaft AB AG
  • Realisierung B2B-Webshop auf Basis IBM Commerce Server

Schulischer Werdegang

Synonyme: Schulische Ausbildung, Schulbildung
Für wen: Schüler, Auszubildende, Berufsanfänger/Berufserfahrene

Im schulischen Werdegang werden die besuchten Schulen mit entsprechendem Zeitraum aufgeführt. Die Grundschule bleibt außen vor. Ausnahme bildet der Lebenslauf für Schüler. Der Abschluss sowie die Abschlussnote des höchsten Schulabschlusses sollte genannt werden.

Beispiel:

1992 – 1997

Städtisches Goethe-Gymnasium in Bischofswerda

Abschluss: Abitur (Note 1,5)

Ausbildung

Synonyme: Berufsausbildung, Berufliche Ausbildung
Für wen: Auszubildende, Berufsanfänger/Berufserfahrene

In der Rubrik „Ausbildung“ erhält der Leser Informationen zur Berufsausbildung. Die Auflistung erfolgt analog dem beruflichen Werdegang. Statt Aufgabenschwerpunkte werden allerdings Ausbildungsschwerpunkte verwendet. Zu jeder erfolgreich absolvierten Ausbildung gehört die Angabe der Abschlussnote. Abgebrochene Ausbildungen werden mit „(ohne Abschluss)“ markiert.

Beispiel:

08/1998 – 07/2000

Mittlere Bergwerke GmbH

Berufsausbildung zum Aufbereitungsmechaniker

Abschlussnote: sehr gut

Studium

Synonyme: Akademische Ausbildung
Für wen: Auszubildende, Berufsanfänger/Berufserfahrene

Studenten und Absolventen geben in dieser Rubrik Informationen zum derzeitigen oder abgeschlossenen Studium. Neben der Dauer des Studiums, werden Studiengang und Hochschule genannt. Darüber hinaus bietet die Rubrik Raum für das Thema der Abschlussarbeit, die Abschlussnote und (sofern vorhanden) der voraussichtliche Abschlusszeitpunkt.

Beispiel:

09/2001 – 11/2005

Studium der Wirtschaftsinformatik an der Hochschule für
Technik und Wirtschaft Dresden

Abschlussnote: sehr gut

Thema der Diplomarbeit

„Konzeption und Realisierung eines webbasierten Frameworks zum Zugriff auf Inhalte und Funktionen der Instandhaltung (Modul PM) des SAP R/3“ bei der Marcs AG

Praktika

Synonyme: Nebentätigkeiten, Praktikum, Nebenjobs, Praktika und Berufserfahrungen
Für wen: Schüler, Auszubildende, Berufsanfänger/Berufserfahrene

Hier erfolgt die Auflistung der für die Stelle wichtigen Praktika. Es wird zusätzlich der Zeitraum angegeben, in dem das Praktikum absolviert wurde. Je nach Wichtigkeit wird das Praktikum mit drei inhaltlichen Schwerpunkten untermauert.

Beispiel:

10/2003 – 02/2004

Sachsen Mitte GmbH

Einführung der Middlewarelösung „TransConnect“ zur Kopplung des SAP IS-U an Fremdsysteme

Elternzeit

Synonyme: Familienphase, Erziehungszeit, Familienzeit
Für wen: Berufsanfänger und Berufserfahrene

Elternzeit ist eine schöne und wichtige Station im Leben. Allerdings ist diese Zeit auch mit viel (Erziehungs-)Arbeit und Entbehrungen verbunden. Bitte sehen Sie daher davon ab, die Elternzeit im Lebenslauf als Erziehungsurlaub zu bezeichnen. Wenn Sie sich nicht gerade für den pädagogischen Bereich bewerben, ist die Elternzeit auch eher als private Station zu betrachten. Erwähnen Sie die Elternzeit deshalb „nur nebenbei“, damit der Fokus weiterhin auf Ihren beruflichen Tätigkeiten liegt. Wenn Sie sich während der Elternzeit mit beruflichen Themen auseinandergesetzt haben oder in Teilzeit beschäftigt waren, dann erwähnen Sie das.

Je nach Beschäftigungsstatus gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, wie man die Elternzeit im Lebenslauf angeben kann. Hier zwei Beispiele:

Elternzeit für bestehendes Arbeitsverhältnis

Berufliche Praxis

seit 08/2012

Softwareentwickler bei Zais AG

  • Weiterentwicklung Warenwirtschaftssystem SACIA RMS
  • Wartung der Systemlandschaft AB AG
  • Realisierung B2B-Webshop auf Basis IBM Commerce Server

05/2014 – 09/2014 Elternzeit

Elternzeit ohne bestehendes Arbeitsverhältnis

Elternzeit

05/2014 – 10/2014

Betreuung meines Sohnes

07/2014 – 09/2014 Weiterbildung zur Buchhalterin

Auslandsaufenthalte

Synonyme: Aur Pair, Sprachkenntnisse/Auslandsaufenthalt
Für wen: Auszubildende, Berufsanfänger/Berufserfahrene

Auslandsaufenthalte sollten einen Bezug zur Stelle aufweisen oder Fremdsprachen-Kenntnisse untermauern.

Ehrenamtliche Tätigkeiten

Synonyme: Ehrenamt, Außerberufliches Engagement, Soziales Engagement
Für wen: Schüler, Ausbildung, Festanstellung

Ehrenamtliche Tätigkeiten helfen der Gemeinschaft und werten das Bewerberprofil auf. Daher empfiehlt es sich, solche Tätigkeiten unter Angabe des Zeitraums in einer eigenen Kategorie hervorzuheben. Vorsicht ist bei politischem Engagement geboten, da man nicht weiß, welchem politischen Lager der Leser angehört. Die Liste der (aktuellen) Ehrenämter sollte auch auf ein gesundes Maß begrenzt werden, da der Arbeitgeber unter Umständen Einschränkungen der Leistungsbereitschaft ableitet.

Beispiel:

Seit 2008

Mitgliedschaft im Tierschutzverein „Straussener Allee“ in Bautzen

Aufgabenbereiche:

  • Versorgung und Betreuung von Haustieren
  • Beratung der Halter
  • Suche nach neuen Eigentümern für herrenlose Tiere

Zivildienst

Synonyme: Bundeswehr, Wehrdienst, Grundwehrdienst
Für wen: Auszubildende, Berufsanfänger/Berufserfahrene

Zeiten der Bundeswehr oder Zivildienst sind wichtig, um Lücken im Lebenslauf zu vermeiden.

Beispiel:

01/2009 – 09/2009

3-monatige Grundausbildung und anschließender 6-monatiger Einsatz als Militärkraftfahrer im Panzerartilleriebataillon 215 in Eggensfelden

Weiterbildungen

Synonyme: Fortbildung, Stipendien
Für wen: Auszubildende, Berufsanfänger/Berufserfahrene

Hier befinden sich die Weiterbildungen. Es werden ausschließlich Weiterbildungen aufgeführt, die für die angestrebte Stelle wichtig sind oder wenn sich durch dessen Weglassen eine Lücke im Lebenslauf ergeben würde. Neben der Dauer und der Art der Weiterbildung wird auch das Institut aufgeführt, in dem die Weiterbildung durchgeführt wurde. Der Abschluss, ggf. Zertifikat, werden ebenfalls genannt.

Die Rubrik kann als Unterrubrik genutzt werden.

EDV-Kenntnisse

Synonyme: IT-Kenntnisse
Für wen: Schüler, Auszubildende, Berufsanfänger/Berufserfahrene

Die Rubrik „EDV-Kenntnisse“ beinhaltet Angaben zu den Fähigkeiten mit Softwareprodukten. Es werden nur Softwareprodukte aufgeführt, die für die Stelle relevant sind. Je nach Umfang der Kenntnisse können die Produkte auch in Gruppen eingeteilt werden. Die Kenntnisse werden mit Kompetenzstufen bewertet. Wie das gemacht wird, erklären wir Ihnen mit Beispielen im Beitrag „EDV-Kenntnisse„.

Die Rubrik kann als Unterrubrik genutzt werden.

Sprachkenntnisse

Synonyme: Fremdsprachen, Sprachen
Für wen: Schüler, Auszubildende, Berufsanfänger/Berufserfahrene

In der Kategorie „Sprachkenntnisse“ werden Fremdsprachen-Kenntnisse mit entsprechendem Kenntnisniveau aufgeführt. Die Muttersprache wird im Regelfall nicht genannt. Als Bewertungsmöglichkeit für das Kenntnisniveau kann der Europäische Referenzrahmen oder eine der folgenden Bewertungen genutzt werden:

  • Grundkenntnisse
  • gute Kenntnisse
  • sehr gute Kenntnisse
  • fließend
  • verhandlungssicher

Die Bewertung kann mit dem Zusatz „in Wort und Schrift“ erweitert werden. Sprachkenntnisse sollten belegt werden, zum Beispiel mit Zertifikaten.

Die Rubrik kann als Unterrubrik genutzt werden.

Beispiel:

Sprachkenntnisse

Englisch

verhandlungssicher (Cambridge University Certificate)

Französisch

Grundkenntnisse

Führerschein

Synonyme: Führerscheine
Für wen: Auszubildende, Berufsanfänger/Berufserfahrene

Insbesondere bei Bewerbungen im Personen- oder Güterverkehr oder für Stellen, wo Mobilität eine zwingende Voraussetzung ist (Dienstreisen, Kundenbesuche), kann die Angabe von Führerscheinen nützlich und erforderlich sein.

Die Rubrik kann als Unterrubrik genutzt werden.

Hobbys

Synonyme: Freizeitaktivitäten, Freizeit, Hobbys und Interessen
Für wen: Schüler, Auszubildende

Im tabellarischen Lebenslauf von Schülern und Auszubildenden ist diese Kategorie häufig zu finden. Das ergibt sich daraus, dass Berufserfahrungen noch fehlen und daher die Eignung an Interessen belegt werden sollte. So kann zum Beispiel eine Sportart genutzt werden, um körperliche Fitness, Führungseigenschaften oder Teamfähigkeit zu belegen. Darüber hinaus kann man mit exotischen Sportarten auch die Neugier des Lesers wecken. Extremsportarten sollten wegen des Verletzungsrisikos nicht genannt werden. Natürlich sind nur Freizeitaktivitäten zu nennen, die wichtig für die Stelle sind.

Die Rubrik wird oft als Unterrubrik genutzt.

Das Thema wird im Beitrag „Hobbys im Lebenslauf“ intensiv behandelt.

Besondere Kenntnisse

Synonyme: Besondere Interessen, Sonstiges, Sonstige Kenntnisse, Sonstige Qualifikationen, Besondere Kenntnisse und Fähigkeiten
Für wen: Auszubildende, Berufsanfänger/Berufserfahrene

Hierbei handelt es sich um eine Kategorie, die Unterkategorien beinhaltet.

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1 Kommentar

Tempi schrieb am 27. Mai 2015:

Vielen Dank für diese ausführliche Aufstellung. Da gibt es nicht mehr wirklich was zu Ergänzen! Wichtig scheint mir (Arbeitgeber-Sicht) die Übersichtlichkeit und das Lenken der Aufmerksamkeit in die gewollte Richtung, d.h. auf die Stärken und die Punkte die man Herausheben möchte!

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Stephan Reins

Dieser Beitrag wurde von Stephan Reins verfasst. Er entwickelt für www.Bewerbung-Tipps.com Mehrwertdienste, wie den Bewerbungs-Editor. Darüber hinaus ist er spezialisiert auf Themen rund um die Bewerbung und gibt sein Wissen hier an Interessierte weiter. Folge ihm auf Google+, um über neue Beiträge sofort informiert zu werden.