Familienstand im Lebenslauf

Familienstand im Lebenslauf

Werden Familienstand und Kinder im Lebenslauf angegeben?

Autor: Dipl.-Wirt.-Inf.
Beitrag aktualisiert: 28.06.2020
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Bei der Erstellung des tabellarischen Lebenslaufs stellt sich irgendwann die Frage, ob Angaben zum Familienstand getĂ€tigt werden mĂŒssen. FrĂŒher war es ĂŒblich in der Kategorie „Persönliche Daten“ einen Punkt „Familienstand“ einzufĂŒgen. Aber ist das immer noch zeitgemĂ€ĂŸ?

Ist der Familienstand eine Pflichtangabe im Lebenslauf?

Die Frage lĂ€sst sich einfach mit „nein“ beantworten. Angaben zum Familienstand mĂŒssen NICHT getĂ€tigt werden. Das ergibt sich daraus, dass diese Information (in der Regel) nicht stellenrelevant ist. Ferner definiert das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) der Bundesrepublik Deutschland, auch bekannt unter dem Namen Antidiskriminierungsgesetz, dass Bewerber aus “GrĂŒnden der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen IdentitĂ€t” nicht benachteiligt werden dĂŒrfen. Der Familienstand wird zwar nicht explizit als Punkt aufgefĂŒhrt, steht allerdings in der Diskussion.

Wirklich geheim halten können Sie diese Information allerdings nicht, denn spĂ€testens mit der Steuerklasse erfĂ€hrt der Arbeitgeber davon. Sie können den Familienstand allerdings als freiwillige Information betrachten, die Sie geben können, aber nicht mĂŒssen.

Was ist zu beachten, wenn ich den Familienstand im Lebenslauf angebe?

Wenn Sie sich fĂŒr die Angabe des Familienstandes entscheiden, dann eröffnen Sie in der Kategorie „Persönliche Daten“ einen Punkt „Familienstand“. Der Name dieses Punktes kann aber auch weggelassen werden, da die Bedeutung aus den Werten selbsterklĂ€rend ist.

Folgende Werte sind fĂŒr den Familienstand ĂŒblich:

  • ledig
  • verlobt
  • verheiratet
  • geschieden
  • verwitwet

DarĂŒber hinaus werden Anzahl und Alter der Kinder vermerkt.

Beispiele:

Familienstand: ledig, keine Kinder

Familienstand: verheiratet, 2 Kinder (2 und 4 Jahre)

Familienstand: verwitwet

Jede AusprÀgung kann vom Arbeitgeber interpretiert werden:

„verheiratet, keine Kinder“ heißt fĂŒr den Arbeitgeber, dass hier möglicherweise mit baldigem Nachwuchs zu rechnen ist. Es entstehen also demnĂ€chst Ausfallzeiten aufgrund der Elternzeit. „Geschieden“ zeugt vom Scheitern, „verheiratet“ dagegen von BestĂ€ndigkeit. „Ledig, keine Kinder“ signalisiert dem Arbeitgeber FlexibilitĂ€t und MobilitĂ€t. Verlobt und verwitwet ist gleichbedeutend mit „ledig“.

Wie Sie an den möglichen Interpretationen erkennen können, entstehen Ihnen insbesondere bei der Angabe von Kindern möglicherweise Nachteile. Eltern mit Kindern unter 12 Jahren wird von einigen Arbeitgebern ein Mangel an Belastbarkeit, eingeschrĂ€nkte MobilitĂ€t sowie Ausfallzeiten resultierend aus den Krankheiten Ihrer Kinder unterstellt. Aus diesem Grund empfehlen wir Ihnen, wenn Sie sich fĂŒr die Angabe des Familienstandes entscheiden, die obigen AusprĂ€gungen mit Zusatzinformationen anzureichern. Schreiben Sie zum Beispiel statt „ledig, 1 Kind (2 Jahre)“ besser „ledig/in fester Partnerschaft, 1 Kind (2 Jahre; Betreuung gesichert)„. Damit signalisieren Sie dem Arbeitgeber, dass Ihre Leistungsbereitschaft aufgrund der Kinder nicht eingeschrĂ€nkt ist.

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Fazit: Familienstand im Lebenslauf – ja oder nein?

Aufgrund der vielen Fallstricke, die es bei der Angabe des Familienstandes gibt, raten wir Bewerbern davon ab, dem Arbeitgeber diese Information im Lebenslauf zu geben. Letztendlich stehen die Qualifikationen des Mitarbeiters im Vordergrund und nicht das Privatleben. Selbst wenn die Kinder Einfluss auf die Arbeit haben, können Sie das Thema immer noch im VorstellungsgesprÀch aufgreifen.

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Dossier Lebenslauf


Dein Kommentar zum Thema

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3 Kommentare

Pauline schrieb am 21. August 2015:

Meine Meinung zum Lebenslauf ,
egal wie der Lebenslauf aufgegliedert ist ob ledig usw. ob mit oder keine Kinder der Arbeitgeber der wirklich jemanden einstellen will legt nicht besonderen Wert auf solche Angaben.
Einladung verschicken( wenn ĂŒberhaupt) mit den Bewerber ins GesprĂ€ch zu kommen um nach 3/4 h zu sagen Danke das wars wir melden uns bei Ihnen ( bis heute nicht,s)
eine Arbeitssuchende von vielen die von der Liste der Arbeitslosen gestrichen wurde!!!!

Was mache ich mit meinen Kindern im Lebenslauf? – auf einmal frei schrieb am 27. November 2016:

[…] weiterhin erfolglos. Verschiedene Artikel, zum Beispiel in der SĂŒddeutschen Zeitung und die Seite bewerbungs-tipps schlagen deswegen vor, den Familienstand komplett aus dem Lebenslauf herauszulassen. Vor allem im […]

Njorg schrieb am 15. Februar 2017:

Es dĂŒrfte auch darauf ankommen, wo man sich bewirbt. Falls man z.B. in einer Kirchengemeinde als PĂ€dagoge, Pastor o.Ă€. anfangen will, kann es durchaus von Vorteil sein, Kinder zu haben, weil die Gemeinden mehr nach Aspekten der Lebenserfahrung und nicht nach Wirtschaftlichkeit gehen.
Aber wahrscheinlich betrifft das doch eher wenige Berufe.

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