Anschreibentext

Tipps zum Bewerbungsschreiben

Nachdem Sie im ersten Teil wesentliche Dinge zum Aufbau des Anschreibens erfahren haben, widmen wir uns nun dem eigentlichen Inhalt. Dieser befindet sich als Anschreibentext zwischen Anrede und Grußformel. Der Anschreibentext setzt sich aus einer Einleitung und dem Hauptteil zusammen.

Bei all dem gilt:

Verfassen Sie kein Standardanschreiben! Das Anschreiben muss immer auf die Tätigkeit und das Unternehmen abgestimmt werden. Der Leser muss mit dem Schreiben das Gefühl haben, dass Sie wirklich Zeit in die Bewerbung und damit in sein Unternehmen investiert haben.

Schreiben Sie immer im Sinne des Unternehmenserfolges. Welchen Nutzen Sie von der Mitarbeit haben, ist für das Unternehmen leider nur zweitrangig. Im Vordergrund steht der Gewinn für das Unternehmen, der sich aus Ihrer Anstellung ergibt. Stellen Sie sich vor, dass Sie das Produkt und das Unternehmen der Kunde ist. Das Anschreiben ist dazu da, das Produkt gegenüber dem Kunden zu bewerben.

Einleitung

Die Einleitung beginnt kleingeschrieben und umfasst einen Absatz von maximal drei Sätzen. Ziel ist, den Leser neugierig auf den weiteren Text zu machen. Dazu integrieren Sie in die Einleitung am Besten eine Schlagzeile, in der Sie Ihre beste Qualifikation nennen, die dem Unternehmen die meisten Vorteile bringt. Diesen Vorteil sollten Sie natürlich auch benennen.

Idealerweise können Sie den Einleitungssatz auch dazu nutzen, um sich über ein Telefonat oder eine anderweitige Kontaktaufnahme zu bedanken. So rufen Sie sich beim Leser in Erinnerung und das Anschreiben macht einen persönlicheren Eindruck. Dabei können Sie auch kurz erläutern, welche konkreten Inhalte Ihnen positiv in Erinnerung geblieben sind.

Vermeiden Sie generell Einleitungen, wie "mit großem Interesse habe ich Ihre Stellenanzeige gelesen" oder gar "Hiermit bewerbe ich mich." Wenn Sie kein Interesse haben, hätten Sie sich nicht beworben. Worauf Sie sich bewerben (Stelle und Annonce), steht im Betreff. Dass Sie sich bewerben, zeigen Sie sogar durch bloße Zusendung von Bewerbungsunterlagen.

Beispiel:

vielen Dank für das informative und freundliche Telefonat. Ihre Aussagen zur Einführung des A1-Systems finde ich sehr interessant. Als ausgebildeter Fachinformatiker habe ich in meiner Tätigkeit bei XY AG bereits umfangreiche Erfahrungen mit diesem System gesammelt und ich bin mir daher sicher, der Richtige für die Stelle zu sein.

Das AIDA-Prinzip in der Bewerbung

AIDA-Prinzip
Aufmerksamkeit wecken, Interesse erzeugen

Hauptteil

Nach der Einleitung beginnen Sie damit, Ihre Motivation gegenüber dem Unternehmen zu bekunden. Erläutern Sie, was Ihnen an einer Tätigkeit in dieser Unternehmung besonders gefällt und was diese Firma von anderen Firmen abhebt. Bringen Sie hier ruhig Ihre eigenen Wünsche zum Ausdruck.

Anschließend gehen Sie auf alle Stellenanforderungen (siehe Artikel Muss-Kann-Anforderungen) ein. Begründen Sie Ihre Eignung anhand von Kenntnissen, Erfahrungen und Interessen. Nennen Sie ausschließlich Qualifikationen, die für die Stelle von Bedeutung sind. Versuchen Sie darüber hinaus, ein bis zwei Kenntnisse zu nennen, die in der Stellenausschreibung nicht aufgeführt sind, aber für die Stelle nützlich sein könnten. Damit zeigen Sie, dass Sie mitdenken.

Führen Sie bei Nennung Ihrer bisherigen Tätigkeiten keine Bewertungen durch, sondern beschränken Sie sich auf Beschreibungen. Sollten Sie persönliche Eigenschaften nennen, so müssen Sie diese am Beispiel belegen. Auf Selbstverständlichkeiten können Sie getrost verzichten. So führt mittlerweise jeder zweite Bewerber Teamfähigkeit auf. Sie müssen aber Eigenschaften nennen, die Sie von Mitbewerbern abheben.

Sofern Ihre bisherigen Tätigkeitsbereiche Parallelen zur Stelle aufweisen, sollten Sie auch diese nennen. Lassen Sie die Tätigkeiten aber nicht isoliert stehen, sondern erläutern Sie in einem Anschlusssatz, welchen Nutzen das für die neue Stelle bedeutet. Vermeiden Sie generell die Angabe zeitlicher Daten. Dafür ist der Lebenslauf da.

Formulieren Sie immer kurze und aussagekräftige Sätze. Zur Vermeidung von Redundanz, prüfen Sie am Besten nach jedem Satz, ob dieser eine neue Information enthält, die für die angestrebte Stelle wichtig ist. Nach jeweils drei Sätzen beginnen Sie einen neuen Absatz.

Achten Sie auf die richtige Wortwahl und verwenden Sie Aktiv-Verben. Schreiben Sie beispielsweise nicht "... konnte ich sammeln.", sondern "... sammelte ich."

Der Hauptteil wird mit einem Abschlusssatz beendet. In diesem Satz wird das Vorstellungsgespräch in das Anschreiben eingebunden. Verzichten Sie auf Formulierungen im Konjunktiv ("würde" und "könnte") genauso wie auf wenn-dann-Formulierungen. Setzen Sie den Personalverantwortlichen auch nicht mit Formulierungen, wie "Wann darf ich mich bei Ihnen vorstellen?", unter Druck. Ein gängiger Abschlusssatz ist "Über Ihre Einladung zu einem Vorstellungsgespräch freue ich mich."

Grußformel

Nach einer Leerzeile kommt die Grußformel.

Verwenden Sie hier die gebräuchliche Grußformel "Mit freundlichen Grüßen" oder "Mit freundlichem Gruß".

Anschließend folgt Ihre Unterschrift. Damit bestätigen Sie die Richtigkeit Ihrer Angaben.

Anlagen

Die Anlagen werden im Anschreiben nicht mehr einzeln aufgelistet. Es genügt der Hinweis "Anlagen" unterhalb der Unterschrift.

Wenn Sie sich dennoch dazu entscheiden, Ihre Anlagen (Lebenslauf, Lichtbild, ...) einzeln aufzulisten, so achten Sie darauf, dass die Anlagen untereinander aufgeführt werden und die Reihenfolge identisch mit der Reihenfolge in der Bewerbungsmappe ist. Sie können die Aufzählung je nach freiem Platz entweder unter der Unterschrift (2 Zeilen Platz lassen) oder rechtbündig (in Höhe der Grußformel) beginnen.

Weitere mögliche Angaben

Die folgenden Angaben können für gewöhnlich vor dem Abschlusssatz aufgeführt werden. Sofern die Informationen vom Arbeitgeber nicht explizit gefordert sind, handelt es sich um keine Pflichtangaben.

Gehaltsfrage

Fordert das Unternehmen von Ihnen die Angabe des Gehaltswunsches, so beziehen Sie sich auf das Brutto-Jahresgehalt. Informationen zur Berechnung des Jahresgehalts sowie Beispiele für Formulierungen finden Sie in unserem Beitrag Gehaltsvorstellungen.

Frühestmöglicher Eintrittstermin / Kündigung

Geben Sie beim Eintrittstermin keine festen Zeiträume an, sondern wählen Sie eine allgemeine Form.

Beispiel: "Ein kurzfristiger Einstieg ist mir möglich."

Diese Angabe erfolgt nur, wenn sie gefordert wird.

Bitte um Vertraulichkeit

Wenn Sie nicht möchten, dass sich das Unternehmen bei Ihrem aktuellen Arbeitgeber über Sie erkundigt, schreiben Sie:

"Da ich mich derzeitig in Anstellung befinde, bitte ich Sie, meine Bewerbung vertraulich zu behandeln."

Im nächsten Abschnitt erfahren Sie, wie Sie Ihre Gehaltsvorstellungen ermitteln und in Ihr Anschreiben einbinden.


Weiterführende Informationen

nach oben