Phase 4: Fragen an den Bewerber

Phase 4: Fragen an den Bewerber

Fragen im Vorstellungsgespräch, mit Anleitung zur Beantwortung der Frage nach den Schwächen

Im Folgenden werden die verschiedenen Fragenarten erläutert, mit denen Sie im Vorstellungsgespräch rechnen müssen.

Geschlossene Fragen

Geschlossene Fragen lassen sich mit Ja oder Nein beantworten.

Beispiel: „Haben Sie bereits Erfahrungen auf dem Gebiet XY?“

Geben Sie dennoch immer eine kurze Begründung an, um ein Nachbohren seitens Ihres Gesprächspartners zu vermeiden. Oft bietet es sich auch an, eine Gegenfrage zu stellen.

Offene Fragen

Im Gegensatz zu geschlossenen Fragen, lassen sich offene Fragen nicht einfach nur mit Ja oder Nein beantworten.

Beispiel: „Arbeiten Sie lieber allein oder in einer Gruppe?“

Hier erhalten Sie viel Spielraum für die Beantwortung der Frage. Behalten Sie aber immer den Stellenbezug im Auge und argumentieren Sie mit verständlichen Beispielen.

Stressfragen

Stressfragen werden genutzt, um Sie zu verunsichern oder gar zu provozieren.

Beispiel: „Sind Sie für die Position nicht schon zu alt?“

Bleiben Sie in jedem Fall freundlich und gelassen! Die eigentliche Antwort ist oft nicht wichtig. Man will nur sehen, wie Sie mit problematischen Situationen umgehen. Bei der Beantwortung argumentieren Sie am besten mit Ihrer Selbstpräsentation und belegen das Gegenteil mit einem konkreten und verständlichen Beispiel.

Fragenkomplexe

Aus folgenden Gebieten müssen Sie mit Fragen rechnen:

  • Motive / Gründe für Ihre Bewerbung
  • Leistungsmotivation
  • Ausbildung und beruflicher Werdegang
  • Sozialer Hintergrund
  • Persönliches Profil (speziell Stärken und Schwächen)
  • Berufliche Ziele
  • Gesundheitliche Einschränkungen
  • Fragen zur Position / Stelle
  • Unzulässige Fragen

Grundsätzlich sollten alle Fragen in einem Einstellungsgespräch wahrheitsgemäß beantwortet werden. Ansonsten kann im Extremfall der Arbeitsvertrag angefechtet und für nichtig erklärt werden. Ausnahmen bilden unzulässige Fragen.

Frage nach den Schwächen im Vorstellungsgespräch

Im Anschluss an Ihre Selbstpräsentation wird für gewöhnlich Ihr persönliches Profil durch gezielte Fragen nach Ihren Stärken und Schwächen geprüft. Hier ist es sehr wichtig, sich bereits im Vorfeld in der Stärken-Schwächen-Analyse mit seinen Stärken und Schwächen auseinandergesetzt zu haben.

Doch zunächst die Frage danach, was der Personalverantwortliche mit einer Frage nach den Schwächen überhaupt erreichen möchte. Die Überraschung: es nicht wirklich um die Schwächen. Vielmehr soll der Bewerber im Rahmen einer Selbstreflexion seine Analysefähigkeit, verbunden mit der Ableitung geeigneter Aktivitäten zur Beseitigung der Schwächen unter Beweis stellen. Zudem soll auch der Willen, sich stetig zu verbessern gezeigt werden.

Wie gehen Sie bei der Beantwortung der Frage nach den Schwächen am besten vor?


  1. Nennen Sie eine Schwäche aus Ihrer Vergangenheit

    Sie zeigen hier, dass Sie in der Lage sind, sich selbst einzuschätzen. Vermeiden sollten Sie, die Frage mit vermeintlich lustigen Antworten, wie zum Beispiel: „Manchmal vergesse ich, mir die Zähne zu putzen“, zu kontern. Die Schwäche muss einen Bezug zur Stelle aufweisen! Auch Schweigen ist unangebracht. Das zeigt nur, dass Ihnen die Fähigkeit zur Selbstreflexion fehlt. Auch vom oft genannten Tipp, eine Schwäche zu nennen, die eigentlich eine Stärke ist, raten wir ab. Die Personalverantwortlichen kennen das Vorgehen ebenso.

    Beispiel: „Ich konnte nicht mit englischsprachigen Kunden kommunizieren, da ich die Sprache nicht beherrschte.“

  2. Welche Schritte haben Sie unternommen, um die Schwäche zu beheben?

    Erläutern Sie nun, welche Maßnahmen Sie unternommen haben, um diese Schwäche auszugleichen. Damit zeigen Sie, dass Sie den Willen haben, sich wirklich zu verbessern.

    Beispiel: „Ich nahm daraufhin an einer externen Weiterbildungsmaßnahme in der Sprachschule teil.“

  3. Sind die Maßnahmen erfolgreich gewesen?

    Im nächsten Schritt teilen Sie dem Personalverantwortlichen mit, ob die Maßnahmen auch tatsächlich gefruchtet haben. Das sollten Sie natürlich nicht unbegründet stehen lassen, sondern anhand von Beispielen aus der Praxis begründen.

    Beispiel: „Jetzt führe ich selbst regelmäßig zweimal die Woche Skype-Meetings mit unseren internationalen Kunden aus London erfolgreich durch.“

  4. Wie gehen Sie mit der Schwäche in der Zukunft um?

    Damit ist aber das Ziel noch nicht erreicht! Erläutern Sie, was Sie weiterhin in Zukunft tun werden, um die Schwäche endgültig in eine Stärke umzuwandeln.

    Beispiel: „Neben den regelmäßigen Kundenmeetings, nehme ich einmal die Woche am firmeninternen Englisch-Weiterbildungskurs teil. Zudem verbringe ich meine Urlaube vorwiegend in englischsprachigen Regionen.“